An einem Donnerstagabend im Sommer:

Waren  tagsüber am Neckar noch alle Altersgruppen vertreten, ändert sich das Bild zum Abend. Mehr und mehr Menschen im Alter von 20- 30 strömen nun zu Neckarbrücke und Neckarinsel. Das klassische Sommermitbringsel des Tages, nämlich das Eis, taucht nun nur noch vereinzelt auf. Da die Tübinger scheinbar aber etwas in der Hand haben müssen, sind  nun Cocktails und andere alkoholische Getränke weit verbreitet.

 

 

 

 

 

 

 

Hier unterscheiden sich  die Neckarbrücke und Neckarinsel. Denn auf der Neckarbrücke finden sich häufiger Pärchen oder Kleingruppen von zwei bis drei Personen, die hier den Tag ausklingen lassen. Die Gespräche sind angeregt, es liegt ein Summen über dem Neckar.

Wer noch nicht da war, sollte in dieses Flair eintauchen, dass besonders an Sommertagen  zu beobachten ist.  Es herrscht gute Laune und die Nacht ist noch jung.

Viele „glühen“ hier vor, verbreiten  mitreißendes Gelächter. Nebenan befindet sich ein Pärchen, das einen eigenen Raum erschaffen hat. Es wird Wein getrunken, sich angeregt unterhalten, verliebte Blicke werden  ausgetauscht.

Wieder ein paar Meter weiter lästern zwei junge, angetrunkene Frauen über ihre Exfreunde, es wird angestoßen und über den Werdegang des Abends diskutiert.

Während die Neckarbrücke von immer mehr Leuten belagert wird, lichtet sich das Bild auf der Neckarinsel.

Lagen hier noch vor Stunden einige Sonnenanbeter, haben sich nun einige wenige Gruppen zum Grillen breit gemacht. Auch hier  wird diskutiert, gelacht, getrunken. Doch wirkt es  intimer, denn die Gruppen bleiben für sich, halten zu anderen   Abstand. Auch sie sind nur zum kurzzeitigen Verweilen da, ist doch der weitere Abend an anderen Orten vorgeplant.

Egal wen man befragt, diese zwei gegenüberliegenden Orte sind die Lieblingsorte der Tübinger.

An einem Sommerabend  wie diesem werden die Taschen der Besucher kleiner. Man schleppt keine Decken mehr mit sich herum, sondern setzt sich allenfalls auf Jacken oder Pullover, die nach dem Diskobesuch als Wärmespender gedacht sind.Man denkt minimalistisch und pragmatisch, denn der Neckarbereich ist nur ein Überbrückungsort. Also ein Ort zum Verweilen um nicht zu früh auf einer Party aufzutauchen, denn die Nacht ist für Studenten lang, gerade an so einem Donnerstagabend.

Doch warum ist dieser Ort so beliebt? Ich kann euch nur raten, das selbst auszuprobieren. Die Stimmung ist einzigartig. Auch dies ist eine Sommererscheinung. In keiner Jahreszeit sind die Menschen so gelassen wie jetzt. Auch der Drang nach Wasser und Sonne ist selten so ausgeprägt wie in dieser Jahreszeit. Man entzieht sich dem schnöden Alltag und lässt hier die Seele baumeln. Deswegen sammeln sich die Tübinger an ihrer Oase. Sie bietet Entspannung, Sonne und etwas Ruhe vom Alltag – und das nur wenige Treppenstufen von ihrem alltäglichen Leben entfernt. Ob morgens oder  am Abend – dieser Ort gewährt ihnen die Verschnaufpause, die sie brauchen, ob abends direkt nach der Arbeit, nach der Uni oder einfach, um sich noch einmal vor der nächsten Party zu entspannen. Diese beiden Orte können dies alles und sind von vielen Perspektiven erfahrbar.

Ob weit weg vom Geschehen, im Gras der Neckarinsel oder sei es der Blickwinkel von der Mauer auf das bunte Treiben entlang von Tübingens Stadt. Man ist integriert und kann sich dennoch zum Geschehen abschotten.

 

 



  1. It‘s quite in here! Why not leave a response?



You must be logged in to post a comment.