Oktober, die Sommersachen sind schon ganz hinten im Schrank verstaut, die Wintersachen wurden bereits hervorgeholt und sogar der Kamin wurde schon das ein oder andere Mal befeuert. Mit dem grauen Wetter ändert sich auch die Einstellung der Leute, viele bleiben jetzt lieber im Haus, als ihre Zeit draußen in der Kälte zu verbringen.

Doch dann, Mitte Oktober, beschert uns der Wettergott doch noch einen goldenen Herbst, bei 25 Grad könnte man sogar fast von einem zweiten Sommer sprechen. Die Leute kommen wieder aus ihren Verstecken und genießen die letzten warmen Tage des Jahres. Die Outfits sind dabei sehr unterschiedlich, während die einen ihre bunten Sommeroutfits nochmal aus dem Schrank kramen und den Sommer nochmal so richtig hochleben lassen, trauen die anderen dem Wetter nicht so ganz und bleiben lieber bei ihren herbstlichen Outfits. Was aber all diese Leute gemeinsam haben, egal ob luftig oder doch schon etwas wärmer gekleidet, ist das Accessoire, das sie bei sich tragen – das Eis.

 

Geht man dieser Tage durch Tübingen sieht man sehr viele Leute Eis essen, es herrscht ein regelrechter Run auf die Eisdielen.

 

Die Leute wollen das warme Wetter nochmal richtig genießen und tun dies, wie sie es auch sonst im Sommer tun, mit Eis. Auch wenn schon einige mit dicken Schals um den Hals herumlaufen und es im Schatten manchmal fast schon zu kalt ist um Eis zu essen, mit dem Eis will man das Sommergefühl so lange wie möglich aufrecht erhalten.

Das Eis ist so sehr mit dem Sommer verbunden, dass es sofort wieder konsumiert wird sobald sich die Sonne zeigt. Dieser Tage wird das Eis somit zum Sinnbild des Festhalten-Wollens am Sommer. Während wir krampfhaft versuchen am Sommer festzuhalten, krallen wir uns dabei doch nur an unser Eis, das dann trotz aller Bemühungen schmilzt.

Obwohl das Eis wohl von uns allen klar als „Sommersache“ bezeichnet wird, gibt es natürlich auch im Winter Eis. Zwar wird in der kalten Jahreszeit nicht mehr damit auf der Straße flaniert, da die meisten Eisdielen im Winter geschlossen sind, aber dennoch scheint es auch im Winter keinen Mangel an Eis zu geben. Bei den kalten Temperaturen kommt es eher zu einem Rückzug ins Heimische und es wird mehr Wert auf Entspannung gelegt. Die Werbekampagnen der Eishersteller zielen im Winter genau darauf ab. Es wird suggeriert, dass auch Eis zum Wohlfühlen dazu gehört. Im Winter gibt es daher oft besondere Winter-Eissorten, die das Wohlgefühl am knisternden Kamin an einem kalten Wintertag perfekt machen sollen. Siehe hierzu etwa den Langnese-Werbespot zur Winter-Eissorte „1001 Nacht“.

Trotz der schönen Bilder im Werbespot, die mir persönlich das Eisessen auch im Winter schmackhaft machen (obwohl mir das Eis an sich eigentlich nicht besonders gut schmeckt), bleibe ich doch lieber beim Eisessen im Sommer. Denn nichts ist so schön wie das Warten auf die erste Kugel Eis des Jahres, wenn das Wetter langsam wieder richtig schön wird. Um es mit den Worten von Langnese zu sagen,  „so schmeckt der Sommer“!



  1. It‘s quite in here! Why not leave a response?



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