Sommer in Berlin: Straßenkulturen.

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Beispielhafte Muster und malerische Eleganz: Das ist die Devise des wohl lebendigsten Sommerfestes in Berlin. Denn: Bunt war das neue Schwarz auf dem diesjährigen Karneval der Kulturen, der jedes Jahr von verschiedenen Kulturvereinen der deutschen Hauptstadt organisiert und veranstaltet wird.

Nicht nur die Natur greift Ende Juni zum Sommerkleid. Auch die Bewohner Berlins fühlen die wärmende Aufbruchstimmung und nehmen diese zum Anlass einen der facettenreichsten Straßenumzüge der prä-sommerlichen Monate zu veranstalten.

Als Besucher dieser 2-tägigen Ausgelassenheit, habe ich es mir zur Aufgabe gemacht die viel gelobte Jahreszeit in der Materialität der Kostüme zu finden. Und: ich bin fündig geworden!

Schon beim ersten Hinsehen, sprang mir der Sommer förmlich ins Gesicht. Wenig Stoff und damit viel nackte Haut bei milden Temperaturen und wolkenlosem Himmel. Doch die Knappheit der Kostüme war es nicht, die ausschlaggebend für das sommerliche Gefühl war. Es waren viel eher die pompösen Kopfbedeckungen und die bemalten Gesichter, die meine Aufmerksamkeit beanspruchten. Vor allem aber waren es die Farben der Kostüme und der Menschen im Allgemeinen, die dem Sommer seine Bühne boten.

Der Umzug, bestehend aus mehreren nummerierten Wagen, auf denen sich tanzende Menschen jeder Altersgruppe befanden, zeigte die Kulturrepräsentanten laut und beflügelt mit passend musikalischer Untermalung innerhalb ihres Fahrzeugbereiches. Knalliges Rot, strahlendes Gelb und grelles Orange unterstützten die heitere Stimmung. Vor allem die jeweiligen Länderfarben waren oft aufgehellt und besonders betont, Symbol für Sommer und Kultur zugleich. Dabei spielten diverse „Moderegeln“, die den gesellschaftlichen Geschmack formen und beeinflussen, anscheinend überhaupt keine Rolle. Alles war erlaubt. Die besonders kräftigen Farben der Kostüme gingen eine perfekte Symbiose mit den Motiven der Gesichtsbemalungen, die in ähnlicher Farbenvielfalt erschienen, ein.

Die Stoffe an den Körpern der feiernden Menschen waren wie erwartet so leicht wie luftig und in den meisten Fällen von latenter Transparenz begleitet.

Der Berliner Karneval der Kulturen ist eine Festlichkeit der Toleranz, Symbol der multikuturellen Liebe zur wärmsten Zeit des Jahres und Beispiel für das gelebte Gleichheitsprinzip. Das Rufen des Sommers in Form von Repräsentation der eigenen Kultur verbunden mit ausgelassenem miteinander Feiern machte sich vor allem in der Farbenpracht der Bekleidung bemerkbar und erzeugte eine freundlich-warme Atmosphäre.

Die Rechnung der Veranstaltenden ging problemlos auf: Kollaboration plus sommerliche Stoffe und gute Laune ergab eine kunterbunte Festlichkeit.



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