Besonders häufig ist in den letzten Jahren auch in diesem Sommer ein bestimmtes Sonnenbrillen Modell vertreten: Die Aviator. Der Versuch, sie bestimmten Personengruppen zuzuordnen, erweist sich als schwierig. Es lassen sich wenige Gemeinsamkeiten zwischen den Liebhabern der Pilotenbrillen feststellen: Männer wie Frauen, Alternative wie Hipster. Alle tragen sie. Auf Nachfrage, weshalb ausgerechnet die Aviator zum täglichen Sommerbegleiter wurde, weiß kaum jemand eine Antwort. Einige geben an, sie sei die einzige Sonnenbrille, die den Gesichtskonturen schmeicheln würde. Begleiter der Befragten wiederum sprachen vom genauen Gegenteil, dass die Brille – bei ihren Gesichtszügen – untragbar aussehen würde. Die Aviator scheint vielen zu stehen, aber eben nicht jedem.

Man erhält jedoch auch weitaus spannendere Antworten, fragt man Passanten nach dem Grund für ihre Affinität zu besagtem Brillenmodell: Sie wurde im Urlaub einem Strandverkäufer abgekauft und war unter vielen extravaganten Modellen mit viel Glitzer schlichtweg das einzig zu akzeptierende.

Dass das Modell sowohl für Männer als auch Frauen geeignet ist, macht es ebenfalls für einige interessant. So kann man sich spontan die Brille von seinem Partner borgen oder direkt im “Partner-Look” auftreten. Zudem ist Unisex heute beliebt wie nie: Es wird nicht zwingend betont, welchem Geschlecht man angehört. Vielmehr wird mit Elementen gespielt, die ursprünglich für das andere Geschlecht typisch waren. Es gibt maskuline Loafer für die Damen und Shirts mit extra weitem Halsauschnitt für die Herren. Die Aviator trifft somit genau den Zeitgeist.

Man kann nur vermuten, dass auch Prominente mit Medienpräsenz Anreize bieten, eine Pilotenbrille zu tragen. Wer möchte nicht derart tiefenentspannt wirken wie Angelina Jolie und Brad Pitt, die mitsamt ihren sechs Kindern und Pilotenbrillen von Fotografen auf offener Straße abgelichtet werden?

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Wieder andere geben an, mit der Brille jedem Outfit eine gewisse Lässigkeit einzuhauchen.

Ob die Brille eine “Ur-Aviator” aus dem Hause Ray Ban ist oder ein No-Name Produkt, scheint nebensächlich zu sein. Wer grundsätzlich Marken bevorzugt, setzt sich gerne eine “Ray Ban” auf die Nase. Dem Aviator-Feeling tut es jedoch keinen Abbruch, wenn das Stück von Hennes und Mauritz kommt. Auch bei Farben und Formen kann man frei nach Geschmack wählen. Ursprünglich hatte die Aviator mit dem Aufdruck Ray Ban grüne Gläser und goldfarbende Bügel. Heute varrieren Form, Farbe und Tönungsintensivität der Gläser.

 

Dass das Modell der bekannten Marke Ray Ban bereits 1937 auf den Markt kam, ist für viele eine Neuheit. Spielt der “Retro-Faktor” denn überhaupt eine Rolle? Verspüren einige einen Hauch Nostalgie beim Tragen der Pilotenbrille? Ein anderer Gedanke scheint plausibler.  Wie fast alles in der Welt der Mode erlebt auch die Aviator ein Revival. Denn bereits in den 80ern erfreute sich die Aviator großer Beliebtheit. Von Designern und Modeschöpfern wieder aufgegriffen und neu interpretiert gelangen beliebte Formen immer wieder in unseren Kleiderschrank  – oder unser Brillenetui.

 



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