Mut zur Farbe

Die goldene Regel der Fashionindustrie: jeder Sommer bringt auch immer einen vermeintlich neuen Trend mit sich. Durch diese Trendpolitik wird der Kunde/ die Kundin zum Kaufen der neuesten „It-Pieces“ an die Ladenkassen gelockt. Betrat man diesen Sommer eines der großen Modegeschäfte in deutschen Fußgängerzonen sprangen einem sofort die bunten, neonfarbenen Kleidungsstücke ins Auge. In den Modemagazinen und -blogs wurde gemeinsam ein neuer Trend heraufbeschworen: Colour Blocking, ein Zusammenstellen von verschiedenen sich kontrastierenden Farbblöcken in einem Outfit. Auf den Laufstegen der großen Designer erlebte dieser Trend bereits in den Frühling/Sommer Kollektionen von 2010 seinen großen Auftritt. Als erster „Colourblocker“ der Modegeschichte gilt Yves Saint-Laurent, er schuf mit seinem “Mondrian Day Dress“ aus der Herbstkollektion von 1965 den Prototyp dieses Trends und bewies damit avantgardistischen Spürsinn.
Durch den frischen Farbmix passt dieser Trend perfekt in unseren Sommer – ausdrucksstarke, satte Farben harmonieren wunderbar mit dem oftmalig verklärten Blick auf diese Jahreszeit. Das vorherrschende triste Farbeneinerlei von Schwarz, Braun, Grau und Grün der Wintermode bildet einen krassen Gegensatz zum farbenfrohen Colour Blocking, bei dem leichte, fließende Stoffe aus Polyester, Viskose oder edler Seide als Material für die Kleidungsstücke herangezogen werden.
Ein vorschnelles Urteil, den Trend Colour Blocking auf Frauenmode zu beschränken, lässt sich beim Blick in bekannte Modemagazine empirisch nicht bestätigten. Jedoch fordert es vom modernen Mann eine gewisse Portion an Mut so tief in den Farbtopf zu greifen. Bei Prominenten, die sehr oft als Vorreiter in Sachen Trends gelten, ist das Kombinieren von bunten Farbblöcken besonders beliebt, selbst Michelle Obama, First Lady der USA, zeigt sich als modebewusste Stilikone und macht so diesen Trend salonfähig. Durch das Tragen der bunten, positiven Farben signalisiert man vor allem eines: „Hier bin ich, selbstbewusst und gut gelaunt“, denn das Tragen von bestimmter Kleidung geht auch immer mit einer kulturellen Praxis einher. Doch der Trend Colour Blocking, das ist nicht einfach nur wahllos, vermeintlich nicht zusammenpassende Kleidungsstücke zu kombinieren, sondern erfordert ein gewisses Maß an Stilsicherheit und Raffinesse. Hilfreiche Tipps und Tricks für das Gelingen dieses Sommertrends gibt es in meinem nächsten Blogbeitrag!

Links:

http://www.metmuseum.org/toah/works-of-art/C.I.69.23

Bilder:

http://www.hm.com/josh/media/sys_master/9109750022174/hm_life_ways_to_wear_it_colour_lovin_02.png

http://www.polopuentearanda.com/wp-content/uploads/2011/04/wpid-zaracolorblock.jpg

http://www.fashionclutter.com/wp-content/uploads/2012/08/Male-colour-blocking.png

http://www.heatworld.com/images/108740_615x10000_STD/2012/4/obama-main.jpg



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