Noch bin ich nicht am Ende meines Schaufensterabenteuers. Das nächste Ziel ist ein Tübinger Optiker. Seine Artikel haben es sich sehr bequem gemacht und zwar auf kleinen Liegestühlen.

Was dies bedeutet, ist eigentlich schon fast selbsterklärend. Aber auch hier wurde nachgefragt. Die Verkäuferin erläuterte mir, dass Sonnenbrillen, Sonnenstühle, Blumen und Meer, ihrer Meinung nach, die Repräsentanten für einen gelungenen Sommer sind. Alle Dinge verbreiten ein Gefühl von Erholung, Ferien und Spaß. Helle und kräftige Farben wurden für die Liegestühle verwendet und auf diesen werden dann die Sommerbrillen platziert, gleich vor einem (Papier)-Swimmingpool. Die Verkäuferin wollte wenig Accessoires benutzen, aber trotzdem deutlich symbolisieren, dass der Optiker in Urlaubsstimmung ist. Da die verdunkelten Brillen für sie, DER Sommergegenstand schlecht hin war, hat sie sich darauf beschränkt diesen mit nur einem weiteren Assoziationspunkt zu verbinden, nämlich den Liegestühlen

Hier wurde also auf eine lustige Weise mit den gängigen Sommerdingenklischees gespielt.

Zu einem erholsamen Liegenachmittag gehört natürlich auch das richtige Essen
Die Verkäuferinnen eines Haushaltswarengeschäftes haben die Thematik des Essens aufgenommen. In ihrer Ware (Töpfe, Gläser, Vasen) versammelten sich Obst, Früchte und auch einiges an Gemüse. Damit wurden zum einem Waren präsentiert, aber gleichzeitig auch mit ihrem sommerlichen Zweck versehen. Die drei Becher auf dem Bild sind aus Glas, wurden aber Pappbechern nachempfunden, die man häufig beim Grillen oder anderen Sommeraktivitäten benutzt. Der blaue Becher hat sogar einen Knick, der den bekannten “used-look” nacheifern soll. Wie schon bei den Liegestühlen, wird auf bekannte Sommerdinge zurück gegriffen, aber mit einem starken Akzent auf die Stimmung. Eine andere Verkäuferin stellte fest, dass man im Winter nicht davon abgehalten wird Gemüse und Obst zu speisen, diese aber eher zu den sommerlichen Speisen gehören, da sie viel Sonne zum Reifen brauchen und damit beinah automatisch mit dem Sommer in Verbindung gebracht werden. Diesen Gedanken hatte anscheinend auch ein Taschenverkäufer aus Tübingen und stapelte gleich massenweise Obst im Schaufenster.

Was mein kleiner Schaufensterbummel mir gezeigt hat, ist, dass nicht wirklich eine große Variation an Sommersachen in den Schaufenstern vertreten ist, sondern es viel mehr um Kleinigkeiten geht, die eine gewisse Sommerstimmung verbreiten sollen. In diesen Fällen sind Sommersachen wie Liegestühle, Sonnenbrillen und Bierkrüge stets mit Stimmungen verbunden. Man kann sich natürlich mit einem Bierkrug und einer Sonnenbrille auf einen Liegestuhl im Winter auf der Alb verstecken, aber erst durch die sommerliche Stimmung und Flair werden Sommersachen zu dem, was sie für viele sind, nämlich die Idee von Urlaub, Sonne und Gemütlichkeit.
Da jeder Rundgang einmal zu Ende sein muss, wird das letzte Schaufenster seinen Platz hier finden, dass sich nämlich auch langsam vom Sommer verabschieden will und Richtung wärmere Gefilde davonfliegt.

 

 



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