…wenn ich ehrlich bin, erscheint bei der Verbindung dieser zwei Wörter gleich folgendes Bild vor meinem inneren Auge:

Aber da ich angehalten wurde nicht zu kulturpessimistisch zu sein, habe ich der Männerwelt nochmal eine Chance gegeben und einen weiteren Blick riskiert. Die Frage ist doch: Nach so vielen Jahren der Kritik an Socken in Sandalen und der propagandahaften Anpreisung von kurzen Sneakersocken, haben die Männer da nicht etwas dazugelernt? Wenn ein Umdenken eingetreten wäre, dann doch am ehesten in der Altersgruppe der 20 bis 30 Jährigen! Oder?

In den letzten Monaten habe ich den Blick auf die Füße meiner männlichen Umwelt geheftet und auch einige männliche Exemplare zu ihren Sommerschuh-Gewohnheiten befragt. Folgendes habe ich dabei herausgefunden:

Mein Pessimismus war tatsächlich unbegründet, denn das Bild des Socken-in-Sandalen-tragenden Mannes konnte ich glücklicherweise nicht entdecken. Schaut man genau hin, kann man sogar eine Vielzahl von verschiedenen Schuh-Arten an Männerfüßen entdecken.

 

 Von Sneakers über Sandalen (ohne Socken!), zu Flip Flops, leichten Stoffschuhen (wie etwa Chucks, Vans, Keds), Halbschuhen, zu den Klassikern wie der Adilette oder der Birkenstock-Sandale  gab es alles zu sehen. Aber auch ‘außergewöhnliche‘ Schuhe wie Espadrilles oder den neuen Trend der Segelschuhe konnte man entdecken. Natürlich gab es in der Studentenstadt Tübingen auch des öfteren schuhlose Füße zu begutachten. Ein ähnliches Bild zeigte sich mir bei meiner Umfrage, da die Befragten dieselbe Bandbreite an Schuhen angaben. Was aber trotz dieser Vielfalt auffällt, ist, dass die Männer noch viel zu zaghaft in ihrer Schuhwahl sind. Obwohl ich zwar viele verschiedene Männerfüße (nicht nur in Tübingen) gesehen habe, die den Sommer zelebrieren, so war doch auffallend, dass der vorherrschende Schuh immer noch der Sneaker ist.

 

Woher aber kommt dieser Sommerschuh-Verdruss? Um einen Befragten zu zitieren: „ Schuhe sind Schuhe, und wenn die Schuhe lange genug halten sind es auch meine Winterschuhe. Die haben also nix mit Sommer oder Winter zu tun. Wenn die Schuhe gut aussehen und ich neue brauche, werden die gekauft, egal welche Jahreszeit.“ Ich möchte hier natürlich nichts verallgemeinern, aber meiner Meinung nach zeigt sich in dieser Aussage, was einige Männer denken, nämlich, dass die Schuhwahl eher pragmatisch und nicht unter jahreszeitlichen oder modischen Aspekten erfolgen sollte. Ein weiterer Gesichtspunkt für die vorwiegende Wahl der Sneakers ist meiner Meinung nach, dass es in der Männerwelt immer noch als verpönt gilt seine Füße zu zeigen. Frauen werden durch die Erwartung von Kopf bis Fuß gepflegt zu sein quasi dazu gezwungen ihren Körper nach dem Winter wieder ‘präsentierbar‘ zu machen. Die Füße müssen ‘sommertauglich‘ gemacht werden, um sie in offenen Schuhen zeigen zu können. Die Hornhaut muss entfernt werden, die Pediküre muss erfolgen und am besten sind die Fußnägel am Ende in einer sommerlich-knalligen Farbe lackiert. Durch die Vermarktung der erforderlichen Hilfsmittel wird Frauen suggeriert, dass sie ihre Füße ‘sommertauglich‘ machen müssen, da sie von Kopf bis Fuß gepflegt zu sein haben. Bei Männern gibt es diesen Markt (noch?) nicht, weswegen Männerfüße, die per se schon oft als “Schweißfüße” gelten, nicht sommertauglich sind und somit in geschlossenen Schuhen versteckt werden sollten.

Allerdings gibt es natürlich auch genug Männer, die ihre Füße im Sommer durch offene Schuhe zeigen und so das Sommergefühl ausleben. Hier zeigte sich der Flip Flop als beliebtester Sommerschuh. Auch auf Nachfrage im Schuhgeschäft Shoe4You in Tübingen wurde bestätigt, dass in den letzten Jahren eine stetige Zunahme an verkauften Flip Flops zu verzeichnen war. Aber was zeichnet diese Schuhe als Sommerschuhe aus? Bei der Umfrage gab es auf diese Frage am häufigsten die Antworten, dass diese bequem, luftig und leicht sind. Sommerschuhe zeichnen sich dadurch aus, dass sie leicht an- und auszuziehen sind, dass sie die Fußform umschmeicheln und der Fuß somit „quasi barfuß“ ist. Dieses luftig-leichte Gefühl, dass uns vermittelt, dass der Fuß fast barfuß ist wird durch den Flip Flop am besten erreicht , wodurch der Schuh sich als idealer Sommerschuh auszeichnet. Aber es gab auch andere Merkmale, die einen Schuh zum Sommerschuh machen.  Einige Teilnehmer antworteten, dass sie im Sommer eher zu kräftigeren Farben greifen, die ein Sommergefühl auslösen. Aber auch Weiß wurde als Sommerfarbe genannt. Eine Antwort war beispielsweise auch, dass der Übergang vom nackten Bein (dank kurzer Hose) zum Fuß elegant gelöst werden muss und der Schuh daher die Fußform umschmeicheln sollte. Es gibt also die verschiedensten Merkmale, die einen Schuh zum Sommerschuh machen.

 

Wichtig scheint das Material der Sommerschuhe zu sein. Sie sind im besten Fall luftdurchlässig und leicht. Auch bequem sollten sie sein. Es sollte durch das Schwitzen keine Druck- oder Reibestellen zwischen Schuh und  Fuß geben. Durch das luftig-leichte Gefühl, das die Schuhe als Sommerschuhe auszeichnet, wird bei den Trägern ein Sommergefühl erzeugt. Wie ein Teilnehmer der Umfrage sagte, „gibt es nichts besseres im Sommer als barfuß herumzulaufen“ Da man sich dieses Gefühl in der Stadt oder im Beruf jedoch nicht immer erlauben kann, so sollte der ideale Sommerschuh doch wenigstens dieselbe Freiheit für die Füße herstellen. Der Schuh sollte durch seine leichte, luftige Art ein quasi Barfuß-Gefühl vermitteln. Durch diese Fußfreiheit wird beim Träger ein Sommergefühl erzeugt. Trugen einige der Befragten auch im Sommer Sneakers, so achteten dennoch viele darauf, dass diese zumindest aus etwas luftigerem oder bunterem Material sind. Jedoch kam bei vielen Sneaker-Trägern leider gar kein Sommergefühl durch das Tragen auf.

 

 

 

Abschließend ist anzumerken, dass ein Großteil der Sommergefühle einfach durch bestimmte Assoziationen entsteht. Bestimmte Schuhe trägt man einfach nur im Sommer und verbindet diese somit mit positiven, sommerlichen Erinnerungen.

…und, hörst du auch schon das typische Flip Flop Geräusch und spürst den warmen Sand zwischen deinen Zehen und die Sonne auf deinem Körper?

 



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