Alle Welt ist draußen und genießt das herrliche Sommerwetter- Erwachsene, Kinder, Touristen mit Sonnenhüten und Kameras, Rentner, mexikanische Straßenmusiker, türkische Dattelverkäufer, eine deutsche Familie im Eiscafé.

So viele verschiedene Kulturen bringen auch den neuen Kleidungsstil des Sommers mit sich – Multikulturalität in allen Farben und Formen. Ob südamerikanisches Zick-Zack Muster, indische Saris oder russisches Blumenmotiv- alles ist hier vertreten. Doch das Kleidungsstück,das hier im Besonderen hervorsticht, ist die Pluderhose.

Um das „Phänomen“ Pluderhose besser verstehen zu können, sollte man sich einen kurzen Überblick über ihre Herkunft machen.

Der Ursprung der Pluderhose liegt in der östlichen Welt, dort wurde sie schon vor Jahrhunderten wegen Ihrer Hitze- und Sonnenschutz bietenden Funktion getragen. Sie ist auch unbestreitbares Element der traditionellen türkischen Kostüme. Diese orientalische Herkunft prägt heute noch unser Bild von der Pluderhose. Nicht umsonst sind die ersten Assoziationen mit dem Wort „Pluderhose“, Orient, Türkei und Hitze.
Einzug in die europäische Gesellschaft fand die Pluderhose in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Das Wort »Pluderhose« geht auf das mittelhochdeutsche »blodern« zurück, damit ist alles Hervorquellende gemeint – auch ausschweifendes Plaudern.[1]
In den 1980ern und 90ern erlebte die Hose ein neues Revival. Da sie nun als besonders funktionelle Tanzkleidung entdeckt wurde und nicht zuletzt durch Sänger wie McHammer vorgeführt wurde, wurde sie zu dem neuen Must-have der Hip-Hop Szene.

Heute jedoch hat die Pluderhose schon eine ganz anderen Stellenwert eingenommen: Sie ist eine Modeerscheinung des Sommers und tritt in den verschiedensten Gestaltungen auf; mit Leopardenprints, Streifen, Paisley Muster, und noch vielem mehr.

Doch was macht die Pluderhose zu so einer unverwechselbaren Sommersache? Eine wichtige Rolle hierbei spielt sicherlich das Material. Allein die vielen Bezeichnungen dieses Kleidungsstückes (Pumphose, Haremshose, Alladinshose, Afghanhose, Sommerhose[2] ) zeigen, dass die Pluderhose unendlich vielfältig ist: Sie besteht zum Beispiel aus  Baumwolle, Seide, Viskose oder Chiffon, alles Stoffe, die ein angenehmes, zartes Gefühl auf der Haut verursachen. Außerdem gibt es die Haremshose in verschiedensten Formen. Obwohl der Hosenbund tendentiell immer eher tiefer gelegt ist, variiert dessen Höhe dennoch von Modell zu Modell. Das extremste Beispiel ist der Hosenbund der schon nahezu den Fußboden berührt. Besonders in der Hitze ist die Hose funktionell, da sie vor intensiver Sonneneinstrahlung schützt.
Doch der wichtigste Punkt bei der Beschaffenheit ist wohl, dass die Hose nicht eineengt. Der leichte Stoff umspielt die Beine und der Bund ist ein elastischer Gummizug. Diese Lockerheit gibt einem das Gefühl von Freiheit, eines der wichtigsten Sommergefühle.

Doch das ist nicht das einzige Gefühl, das die Träger dieser Hose beschreiben. Neben Komfort, Bequemlichkeit und Multifunktionalität verbinden sie die Hose gedanklich sofort mit der östlichen Kultur, die durch die Pluderhose in die europäische Sommerlandschaft eingezogen ist. Die Vermischung dieser beiden Kulturen im Sommer erzeugt ein ganz neues Bild der heißen Jahreszeit: Multikulturalität. Im Sommer kommen die vielfältigsten Kleidungsstücke zum Vorschein und speziell das Tragen der Pluderhose spiegelt dieses neue Sommergefühl wider: das Zusammenspiel aufeinandertreffender Kulturen.

 



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