Das Jahr 2011 geht langsam dem Ende entgegen und die Modewelt ist darin um einige neue Trends bereichert worden. Große Labels und namhafte Designer haben wie immer versucht, sich mit spektakulären Ideen zu übertreffen, um diese dann auch möglichst erfolgreich zu verwirklichen und an die Frau und den Mann zu bringen.

Zurückblickend lässt sich ein besonders großer Erfolg erkennen, der sich bestimmt noch durch die nächsten Jahre ziehen wird – bei mir jedenfalls bestimmt.

Männermode für Frauen und Elemente aus der Frauenmodewelt für Männer gab es seit diesem Frühjahr überall verstärkt zu sehen und, falls der persönliche Geschmack getroffen wurde, zu kaufen. Dieser gegenseitige Austausch ist eine Besonderheit und ihn hat es so intensiv wohl kaum davor gegeben. Wenn, dann lässt sich dabei an emanzipierte Frauen zurückerinnern, die um die Zeit des ersten Weltkrieges begannen, sich aus der unpraktischen und oftmals unbequemen Frauenmode zu befreien und sich mehr für funktionelle Damenmode mit männlichen Elementen zu interessieren. Die Mode-Ikone Coco Chanel bereitete dafür um 1916 den Weg. In dem Film “Coco Chanel- Der Beginn einer Leidenschaft” wird die Geschichte der revolutionären Designerin erzählt und Chanels Aufruf, Frauen nicht mehr verbessern und formen zu wollen, nachvollziehbar dargestellt. Natürlichkeit, Beweglichkeit und, vor allem, Unabhängigkeit standen nun im Vordergrund und sollten noch viele Modeschöpfer nach Coco Chanels Zeit inspirieren. Weiblichkeit sollte deshalb natürlich trotzdem nicht als wichtiges Element ausgelöscht werden, sondern Chanel beabsichtigte vielmehr einen Wandel des Frauenbilds.1

In der heutigen Zeit besteht, zumindest in unserer Kultur, sicherlich nicht mehr der Drang, die Gleichberechtigung und Unabhängigkeit von uns Frauen durch das Übernehmen von männlichen Modeelementen zu unterstützen. Nichtsdestotrotz war und ist der androgyne Gentlemen- Style das Thema in dem Modejahr 2011. Den Anfang machte die Boyfriend-Jeans, mit ihren weiten Hosenbeinen und ihrem Used- Look. Etwas schicker kleidet man sich mit Chino- Hosen und Oversize- Sakkos oder sogar mit Westen und Schnürschuhen. Vor allem trägt man diese im Budpasterstil mit den speziellen Lochverzierungen an der Vorderkappe. Komplett ist die männliche Kombi dann letztendlich mit Hut. Um trotzdem den weiblichen Akzent nicht untergehen zu lassen, empfiehlt es sich, „Wert auf besonders weibliche Stücke zum Kombinieren und Aufpeppen [zu] legen“2

Wenn man also einen Over-Size-Blazer trägt, lässt sich dazu eine weibliche Röhrenhose kombinieren, oder zu einer weiten Boyfriend-Jeans elegante High Heels.

Abgesehen davon., dass der Männer-Schick der absolute Trend dieses Jahres war und ist, sehen es manchen Frauen wohl auch als Möglichkeit, Körperstellen, mit denen sie persönlich unzufrieden sind, zu kaschieren und dabei auch noch höchstmodern zu sein.

Zuletzt ist vergleichend auch noch ein Wandel in der Männermodewelt zu erwähnen. Es handelt sich dabei um den Durchbruch eines unverzichtbaren und alltäglichen Gegenstand aus dem Leben so ziemlich jeder Frau - die Rede ist von der Handtasche. Schon vor einigen Jahren begannen Designer, Männermodels mit Handtaschen auf den Laufsteg zu schicken. Auf der Straße hat man dieses Bild allerdings eher selten zu Gesicht bekommen. Taschen erfüllten für die meisten Männer lediglich praktische Zwecke, wie zum Beispiel die Sporttasche für das Fußballtraining, die Reisetasche für den Urlaub oder die Laptoptasche für geschäftliche Meetings. Das hat sich geändert. Mehr und mehr trauen sich unsere männlichen Mitmenschen, schickere Handtaschen als Accessoire in moderne Outfit-Kombinationen miteinzubeziehen, ohne dabei den praktischen Zweck einbüßen zu müssen.

Ich persönlich bin ein großer Fan des modischen, zwischengeschlechtlichen Austauschs und bin gespannt, was 2012 in diesem Bereich für uns bereit hält!

1Siehe Referat vom 23.05.2011 „Mode im Film“ ihm Rahmen des Seminars Populäre Medien:Medien der Mode

2 http://www.n24.de/news/newsitem_6696701.html „Ein echter Typ: Sexy Männermode für Frauen“ veröffentlicht am 01.03.2011 09:12 Uhr, recherchiert am 21.10.2011



  1. mafeel on Samstag 5, 2011

    Die Frauen in Männerkleidung sind sicherlich ein deutliches Zeichen für die fortschreitende Emanzipation….über die ‘Verweiblichung’ in der Männermode lässt sich allerdings streiten. Der V- Ausschnitt und die Handtasche sind sicherlich tolerabel – nicht akzeptierbar finde ich zu enge Jeans und zu viele Accessoires!


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