Achtung Aktualisierung! Wir sind umgezogen und haben diese neue Adresse

http://www.lui-styleguide.uni-tuebingen.de/wp-new/

 

New Season:  Neue Themen

 

Mit der neuen Saison – dem neuen Semester – meldet sich lui-styleguide zurück.

Wie in den vorangegangenen Seasons werden wir uns wieder mit den Themen von Mode und Alltagskultur befassen und dieses Mal danach suchen, wo die Gendercodes in der materiellen Kultur offensichtlich oder verdeckt zu finden und zu deuten sind. Mit dem Seminar “Frauensachen -Männersachen” wollen wir den seit 2009 bestehenden Seminarblog weiter führen.

Blogs haben im Feld der Mode und Trendbeobachtung stetig an Bedeutung gewonnen, das macht sie für die Beschäftigung mit Phänomenen der Mode und Alltagskultur besonders interessant. Wir wollen dieses Medium dazu nutzen, kulturwissenschaftliche Themen aus diesen Bereichen zu bearbeiten und mit den Mitteln dieses Mediums darzustellen. Bildbeiträge und kurze Kommentare stehen im Mittelpunkt unserer Präsentation. Sie sollen die Alltagsbeobachtungen der Studierenden formieren und schnelle Arbeitsweisen anregen. Kurze Essays entstehen als Resultate von Präsentationen im Seminar. In der Verschränkung von aktueller medialer Darstellung und klassischer wissenschaftlicher Arbeitsweise sollen die wissensgenerierenden Potenziale beider ausprobiert werden.

Das Seminar besteht aus Studierenden der Empirischen Kulturwissenschaft und kooptierender Fächer der Universität Tübingen. Die Themen aus dem weiten Feld von Alltag und Mode werden von den TeilnehmerInnen nach einer Anleitungsphase selbst bestimmt werden. Was wir letztlich bearbeiten werden und zu welchen Ergebnissen wir kommen, wird im blog zu sehen sein.

Wir wünschen viel Vergnügen!

LKD

Der Winter 12/13 – Zeit für eine Bilanz

 

Im Oktober fing der Schnee an und heute – Ende März – ist es immer noch weiß. Aber ich will hier nicht über Weiß nachdenken, sondern darüber, was der Winter an modischen Impressionen gebracht hat – jenseits der Oscar’s und der Laufstegmode. Meine Eindrücke sind dabei höchst subjektiv und die Freundin in der Großstadt teilt sie auf Nachfrage nicht in allem. So sind in meiner Stadt, die äußerst angesagten pradamäßig gemusterten Hosen eher unsichtbar geblieben, in F. aber gut vertreten gewesen und so weiter. Hier dauert es eben oft ein bisschen länger, bis sich die Trends durchsetzen und ich prophezeie für den kommenden kleinstädtischen Sommer, dass die Muster oder zumindest Farben an den Beinen und darüber sehr gut vertreten sein werden. Aber zum Winterresümee, bei dem ich auch die Farben in den Vordergrund stellen möchte:

 

Am Anfang war Türkis

 

Eigentlich begann es schon, als ich Ende September aus dem späten Sommerurlaub kam und mich die türkisen Einsprengsel im gewohnten Straßenbild aufmerksam werden ließen. Es fing an mit leichten Softshelljacken, dann kamen Anoraks, Daunenjacken, selbst Rucksäcke und vor allem Hoodies, deren Kapuzen sichtbar über die Jacken gelegt getragen wurden. Dem folgten Mützen und Schals und türkisfarbene Akzente an Verschlüssen und Nähten. Türkis bei Alt und Jung übrigens!

Woher denn so viel Türkis?

In meinen Referenzblättern kam die Farbe jedenfalls nicht als Trend vor, sieht man einmal von einer generellen neueren Blauorientierung ab, die sich die letzten Jahre wieder abzeichnet, aber das Türkis war nur eine kleine Nuance unter vielen. Zwar:  in der Arztpraxis meines Vertrauens, da wurde vor zwei Jahren schon auf türkise Polohemden umgestellt, aber Corporatefashion ist in der Regel nicht trendsetzend sondern trendfolgend. War er also schon da, der Trend? Wenn man genau überlegt, dann waren die Aquafarben in der Sommermode der letzten Jahre durchaus vorhanden und man kann sie als Vorläufer des winterlichen Türkis ansehen. Das Überraschende ist aber, dass aus der Sommerfarbe eine Winterfarbe geworden ist. Das liegt vielleicht in der Eigenschaft dieser Farbe zwischen Hell- und Grünblau, die die Scala von warm bis kalt abdecken kann und daher interpretativ von Mittelmeer bis Gletscher reicht. Vermutlich ist das die Story hinter der Platzierung der Sommerfarbe im Winter, wenn man sich mal denkt, wie die Argumentation der Trendstudios für Farbdesign lauten könnte.

Hilfreich zur Analyse der hiesigen Situation war dann ein Blick in die Kataloge der Gebrauchsfashion und insbesondere der Sportmode. Da war Türkis deutlich sichtbar. Allerdings als nur ein Trend unter vielen möglichen und nicht so stark repräsentiert, wie ich ihn wahrgenommen habe. Vielleicht liegt es daran, dass meine Universitätsstadt ein Zentrum der Funktionskleidung ist – ein später Auswuchs des pietistischen „Form follows Function“. Man folgt hier eben doch mehr den Labels,  deren Mehrwert in der Funktion zu liegen scheint und kombiniert das mit Farbinnovationen, um dem Wunsch nach Veränderung, der fast jedem Kleiderkauf innewohnt, zu folgen.

 

 

In der Mitte wurde Grün gegeben

 

Im Dezember und danach gab es einen signifikanten Anstieg von grünen Kleidungsstücken. Grün wird uns seit Jahren nahegelegt; in den Modegeschäften kam von diesem Langzeittrend aber nur wenig an und folglich noch weniger an den Körpern bzw. in den Kleiderschränken. Das änderte sich in dieser Wintersaison etwas. Es gab das Neongrün, das mit dem Türkis etwa gleichauf lag und noch von Neonpink begleitet war, das wurde aber hauptsächlich in der Jugendmode gesichtet. Und parallel dazu das Mittel- und Dunkelgrün, das sich hauptsächlich in Strickwaren verwandelt hat und der Kollegin zu einer ganz besonderen Garcon-Jacke verhalf. Im Dezember und Januar trugen dann auch die männlichen Kollegen grüne Jacken und Pullover und die Weihnachtsgeschenke brachten im neuen Jahr grüne Kaschmirpullis in die Büros. Gern hat man sich daran gewöhnt, dass das winterliche Grau, Braun, Blau, Lila mit ein bisschen Grün ergänzt wird. Überrascht hat eher, dass es weniger Schwarz gab. Das könnte sich in der kommenden Saison aber ändern, wo verstärkt auf Schwarz-Weiß-Kontraste gesetzt wird, wenn man den Vorankündigungen glauben darf.

Ich denke, zunächst wird sich der Wunsch nach mehr Farbe durchsetzen und der begann im Januar. Denn:

 

Dann kam ROT

 

Anfang Januar titelte die Onlineausgabe des Magazins „D“ schon: “Le dive vanno in rosso” Die Diven/Göttinnen tragen Rot und stellte uns bekannte Damen in ihren mehr oder weniger gelungen ausgewählten aktuellen roten Mänteln vor.[1]

Gerade da hatte ich mir im Sale eines italienischen Labels einen roten Mantel gekauft. Etwas, was ein Jahr zuvor nicht denkbar gewesen wäre. Und ich war nicht allein damit. Hatte ich zuvor überall Türkis gesehen, so sah ich nun, dass die roten Teile, hervorgeholt oder frisch gekauft, an die Frau und auf die Straße drängten. Die endgültige Bestätigung für unser spätwinterliches Drängen nach Rot gab mir ein Zeitungsbild, auf dem sich engagierte Bürgerinnen und Bürger an irgendeinem Runden Tisch zusammengefunden hatten und die Hälfte in roten Oberteilen da saß.

Wir alle wollten Farbe, aber nicht irgendeine, sondern eine, die Wärme gibt und etwas verspricht: „Red is the colour of desire” lautet eine Liedzeile im derzeit erfolgreichsten Filmmusical. Rot ist die Farbe des Wünschens. Am Ende eines langen Winters ist es der Wunsch, dass das Weiß und die Kälte weichen sollen!

 

 

Eine Nachbemerkung: Die Freude des langen Winters besteht natürlich darin, dass die neuen Sachen aus dem Winterschlussverkauf schon getragen werden können und nicht erst im nächsten Oktober zum Einsatz kommen, wenn man sie eigentlich schon wieder vergessen haben wird und ihre Aktualität ein bisschen fraglich sein könnte. Und – der Gedanke, wie man je wieder in die Sommersachen passen könnte, kann bei einer spätwinterlich kräftigen Mahlzeit noch verschoben werden.


Impression vom Studientag Wintersemester 12/13: Das Übliche und Türkis, ein bisschen Grün und Rot


Das Material spielt mit!

William Shakespeares erstes Königsdrama Richard II wurde 1595 geschrieben und ist 1398 situiert. Die Herausforderung stellte sich in der Umsetzung des monumentalen Dramas auf die Bühne des Zimmertheaters mit seinen fünf Schauspielern: Die shakespeareschen Protagonisten tragen schwere Rüstungen und die Orte der Verhandlungen sind alte Ritterburgen, Königssäle, Hofgärten. Hinzu kommt, dass in diesem sehr komplexen Stoff 47 Figuren auftreten, die alle eine Vor- und Nachgeschichte haben. Um diese fremde Welt zu kreieren, spielte in der Inszenierungskonzeption die Materialität der Kostüme und des Bühnenbildes eine maßgebende Rolle.

Richard II, Zimmertheater Tübingen c) Alexander Gonschior

 

Die fünf Spieler trugen alle ein zweiteiliges Kostüm aus beige-weiß farbigem Nessel. Auf diesem behäbigen Stoff wurde eine Pampe „draufgeplattert“, bestehend aus Acrylbinder, Kreide und Farbpigmenten. Diese Schicht wurde auf den ganzen Stoff verteilt, so dass bei vollständiger Trocknung, die Hosen und Oberteile aus Nessel zusätzlich verhärtet waren. Die Pampe hatte eine grau-schwarz-weiße Farbe. Ausserdem löste sich diese Schicht aus Acryl ab und an ab, so dass sie bei kräftigen Bewegungen bröckelte und ein nieselndes Geräusch von sich gab.
Ohne in der Analyse darauf einzugehen, soll kurz das Bühnenbild beschrieben werden. Es bestand aus fünf Bauelementen aus Kiefernholz, eingerahmt jeweils mit schwerem Edelstahl. Das Holz und der Stahl wurden schwarz bemalt und standen schon zu Beginn der Probenzeit zur Verfügung, damit die Spieler die Elemente mit ihren bröckelnden Kostümen beschmieren sollten. Dies hatte den Effekt, dass die schwarzen Elemente zur Premiere ziemlich “abgerockt” aussahen und bei starkem Klopfen eine kleine Staubwolke von sich gaben.

 

Richard II, c) Alexander Gonschior

Nun stellt sich die Frage: warum das Ganze? Warum können die Schauspieler nicht einfach nachgebaute Rüstungen tragen und in ein paar schönen Kulissen aus Stellwänden spielen, die von Bühnenarbeitern hin- und hergeschoben werden, um wieder mit einem neuen Set hinter einem Vorhang den Zuschauer zu überraschen? Ganz einfach: Abgesehen von den sehr bescheidenen technischen Möglichkeiten am Zimmertheater, die die Künstler zu Kreativität zwingen, gehört es zur Arbeitsphilosophie von Jörg Zysik durch Materialität Welten zu kreieren, die durch das Zusammenspiel der Sinnesorgane, also des Gehörs, der Augen, des Geruchs und der Haptik in den Köpfen der Zuschauer hergestellt werden. Um eine Illusion zu schaffen, müssen erst alle vorgefertigten Illusionen zerstört werden. Der Zuschauer sieht die „Pampe“ und die textilen Hüllen der Schauspieler, die in unterschiedlichen Deformationen geschnitten sind und kann dies als Voraussetzung für die “Spielverabredung” akzeptieren, die der Zuschauer mit dem Kauf seiner Karte mit den Schauspielern eingeht. Dem Zuschauer wird von Anfang an klar, dass er sich seine Welt mit dem Schauspieler selbst zusammen basteln muss. Ihm wird keine vorgefertigte Bühne geliefert, die eine Welt darstellen soll, die er wahrscheinlich nur aus Kinderbuchphantasien und Hollywoodfilmen her kennt. Der Zuschauer wird aufgefordert seine eigene Vorstellung vom Mittelalter herzustellen.

Richard II c) Alexander Gonschior

Diese Prämisse hat den Effekt, dass die Sprache Shakespeares in den Mittelpunkt rückt. Denn er “bemalt” die neutralen Farben des Bühnenbildes in der Phantasie des Zuschauers/der Zuschauerin. Außerdem ermöglicht er  eigene Regeln und Gesetze in der Realität des Spiels, die drei Stunden lang “live” auf der Bühne erzeugt wird. Dieses “live”- Gefühl wird erzeugt, indem der Zuschauer miterleben kann, wie jeder Schauspieler mit seinem Kostüm umgehen muss und wirklich umgeht und nicht nur so als ob. Der Zuschauer schaut zu, wie der Schauspieler sich mit seiner “Rüstung” abmüht und nicht vorgegaukelt bekommt, dass die Plastikrüstung „ach so schwer“ sei.
Neben dem Optischen bietet das Konzept der Materialität auch dem Geruchssinn eine Sphäre der Assoziation. Nessel riecht ziemlich erdig und erzeugt so ein Gefühl der Natürlichkeit, die sich im Raum verteilt. Auch wenn der Geruch von Nessel und Farbe  nicht direkt etwas mit einer Ritterrüstung zu tun hat, so geben sie zu erkennen, was sie sind, und versuchen nicht etwas anderes zu sein. Diese scheinbare Desillusionierung bietet dem Zuschauer die Möglichkeit sich auf das Spiel mit dem Material einzulassen, und seine eigene Assoziationen nachzugehen. Auf Seiten der Schauspieler ermöglicht dieses Material zudem ein authentisches Spiel. Wenn er die ganze Zeit spielen müsste, dass das Plastik, das sich wie Tupperware anfühlt und den Geruch seiner Handyhülle besitzt, eine andere Welt sei, dann hätte er das Gefühl des Vorspielens, des „so tun als ob“, das sich auf sein ganzes Spiel auswirkt. Hingegen, wenn er in dem Material fühlt, was es ist, und durch die Materialität einen eingeschränkten Spielradius erhält, der ihm wiederum eine Freiheit des Spieles innerhalb dieser Möglichkeiten bietet, dann kann er sich darauf einlassen die vollen Möglichkeiten auszuschöpfen, die ihm die Reduktion ermöglicht. Das Material wird hiermit zum Akteur, der die Spieler unter Zugzwang setzt und direkten Einfluss auf das Spiel auf der Bühne einnimmt.

 

 

http://www.zimmertheater-tuebingen.de/spielplan/richard-zwei-3830

Bilder mit freundlicher Genehmigung von Alexander Gonschior.

In meinem ersten Artikel habe ich untersucht, was Man(n)  jeden Tag in der Tasche hat, wenn er zur Uni geht. (vgl. http://www.lui-styleguide.uni-tuebingen.de/wordpress/?p=5152)

Dabei stellte sich heraus, dass die meisten ihre Taschen praktisch einrichten und wirklich nur das mit sich herumtragen, was sie an diesem bestimmten Tag brauchen. Bei meiner damaligen Umfrage stellte ich auch Fragen zum Erwerb der Taschen und ihrer Nutzung außerhalb der universitären Veranstaltungen und stellte dabei Unterschiede zwischen Umhängetaschen- und Rucksackträgern fest. Diese Ergebnisse möchte ich nun hier präsentieren.

Auf die Frage, wie sie denn zu der Tasche gekommen sind, bekam ich von einem beachtlichen Teil der Befragten die Antwort, dass sie die Tasche nicht selbst gekauft hätten, sondern dass es sich dabei um ein Geschenk handelt.  Die Befragten gaben aber an, sich diese Taschen auch gewünscht zu haben.
Alle Träger der Umhängetasche sagten, dass sie diese Tasche für das Studium beschafft hätten. Als Grund wurde oft genannt, dass die Tasche modisch, praktisch und bequem sei und eine Person sagte, dass er sich durch die Nutzung der Umhängetasche anstelle von Rucksack oder Schulranzen erst richtig als Student fühle.

Bei den Rucksackträgern hingegen war es umgekehrt. Die meisten nutzen den Rucksack, weil sie ihn schon vorher besaßen und nicht extra eine Tasche kaufen wollten, bzw. sie sind der Meinung, dass der Rucksack, den sie zum Teil noch aus Schulzeiten besitzen, gut für den Unialltag geeignet ist. Es gab jedoch zwei Befragte, die sich speziell für das Studium einen Rucksack kauften. Dabei achteten sie auf die Größe der Tasche, das Vorhandensein von Laptopfächern und dem einen der beiden war es auch wichtig, dass sein Rucksack ein Thermofach besitzt, sodass man darin bestimmte Nahrung (Milchprodukte im Sommer) transportieren kann.
Auf die Frage der außeruniversitären Nutzung der Taschen gab keiner der Umhängetaschenträger an, diese auch außerhalb der Universität regelmäßig zu nutzen. Die Tasche wird also nur für den Universitätsbetrieb genutzt und für andere Altivitäten gibt es andere Taschen (z.b. Sporttaschen).

Die Rucksackträger waren hier gespalten. Einige hatten ebenfalls für ihre Hobbys eigene Taschen, andere gaben an, die gleiche Tasche für alles Mögliche zu nutzen. Zum Beispiel nutzen sie ihre Rucksäcke für Wanderausflüge oder Reisen, im Frei- oder Hallenbad, sie werden zu Sporttaschen oder zu “Einkaufstüten”.

Das Ergebnis meiner kleinen Feldforschung ist also, dass die modischen Umhängetaschen speziell für das Studium gekauft und genutzt werden, wohingegen die Rücksäcke mehrheitlich deshalb eingesetzt werden, weil sie vielfältig nutzbar sind, auch fürs Studium und sowieso jeder einen besitzt. Die Beschaffung einer Tasche für das Studium ist für die Mehrheit der Rucksackträger unnötiger Aufwand, für die Umhängetaschenträger aber modisch und bequemer.

 An einem Donnerstagabend im Sommer:

Waren  tagsüber am Neckar noch alle Altersgruppen vertreten, ändert sich das Bild zum Abend. Mehr und mehr Menschen im Alter von 20- 30 strömen nun zu Neckarbrücke und Neckarinsel. Das klassische Sommermitbringsel des Tages, nämlich das Eis, taucht nun nur noch vereinzelt auf. Da die Tübinger scheinbar aber etwas in der Hand haben müssen, sind  nun Cocktails und andere alkoholische Getränke weit verbreitet.

 

 

 

 

 

 

 

Hier unterscheiden sich  die Neckarbrücke und Neckarinsel. Denn auf der Neckarbrücke finden sich häufiger Pärchen oder Kleingruppen von zwei bis drei Personen, die hier den Tag ausklingen lassen. Die Gespräche sind angeregt, es liegt ein Summen über dem Neckar.

Wer noch nicht da war, sollte in dieses Flair eintauchen, dass besonders an Sommertagen  zu beobachten ist.  Es herrscht gute Laune und die Nacht ist noch jung.

Viele „glühen“ hier vor, verbreiten  mitreißendes Gelächter. Nebenan befindet sich ein Pärchen, das einen eigenen Raum erschaffen hat. Es wird Wein getrunken, sich angeregt unterhalten, verliebte Blicke werden  ausgetauscht.

Wieder ein paar Meter weiter lästern zwei junge, angetrunkene Frauen über ihre Exfreunde, es wird angestoßen und über den Werdegang des Abends diskutiert.

Während die Neckarbrücke von immer mehr Leuten belagert wird, lichtet sich das Bild auf der Neckarinsel.

Lagen hier noch vor Stunden einige Sonnenanbeter, haben sich nun einige wenige Gruppen zum Grillen breit gemacht. Auch hier  wird diskutiert, gelacht, getrunken. Doch wirkt es  intimer, denn die Gruppen bleiben für sich, halten zu anderen   Abstand. Auch sie sind nur zum kurzzeitigen Verweilen da, ist doch der weitere Abend an anderen Orten vorgeplant.

Egal wen man befragt, diese zwei gegenüberliegenden Orte sind die Lieblingsorte der Tübinger.

An einem Sommerabend  wie diesem werden die Taschen der Besucher kleiner. Man schleppt keine Decken mehr mit sich herum, sondern setzt sich allenfalls auf Jacken oder Pullover, die nach dem Diskobesuch als Wärmespender gedacht sind.Man denkt minimalistisch und pragmatisch, denn der Neckarbereich ist nur ein Überbrückungsort. Also ein Ort zum Verweilen um nicht zu früh auf einer Party aufzutauchen, denn die Nacht ist für Studenten lang, gerade an so einem Donnerstagabend.

Doch warum ist dieser Ort so beliebt? Ich kann euch nur raten, das selbst auszuprobieren. Die Stimmung ist einzigartig. Auch dies ist eine Sommererscheinung. In keiner Jahreszeit sind die Menschen so gelassen wie jetzt. Auch der Drang nach Wasser und Sonne ist selten so ausgeprägt wie in dieser Jahreszeit. Man entzieht sich dem schnöden Alltag und lässt hier die Seele baumeln. Deswegen sammeln sich die Tübinger an ihrer Oase. Sie bietet Entspannung, Sonne und etwas Ruhe vom Alltag – und das nur wenige Treppenstufen von ihrem alltäglichen Leben entfernt. Ob morgens oder  am Abend – dieser Ort gewährt ihnen die Verschnaufpause, die sie brauchen, ob abends direkt nach der Arbeit, nach der Uni oder einfach, um sich noch einmal vor der nächsten Party zu entspannen. Diese beiden Orte können dies alles und sind von vielen Perspektiven erfahrbar.

Ob weit weg vom Geschehen, im Gras der Neckarinsel oder sei es der Blickwinkel von der Mauer auf das bunte Treiben entlang von Tübingens Stadt. Man ist integriert und kann sich dennoch zum Geschehen abschotten.

 

 

Flüssig und kühl und bitte mit Schuss! Das Lieblingsaccessoire für den Abend

 

Es ist Donnerstagabend und die Luft beginnt vor lauter Menschen zu pulsieren. Das Nachtleben wartet schon auf die vielen Tübinger, nur stellt sich für alle die wichtige Frage:

Was muss ich unbedingt mitnehmen? Dazu haben wir uns an der Neckarbrücke und Neckarinsel umgesehen, da hier die Menschenmenge es dem Neckar gleichtut und Tübingen durchströmt.

Vereinzelt sieht man noch Menschen ihr Feierabendeis genüsslich verzehren, doch das Objekt der Begierde wandelt sich mit voranschreitender Uhrzeit.

Und unsere Forschung findet schnell ein eindeutiges Lieblingsaccessoire der Tübinger für den Abend: den Alkohol.

Wir finden ihn unter allen Altersgruppen wieder. 

Ob  ein paar „Erstis“ zwischen 19-21 oder ein Paar um die 40, sie alle halten das heißbegehrte Mitbringsel in ihrer Hand.

Viele Gruppen haben ein vielfältiges Equipment dabei. Sie sitzen auf einer Decke, trinken aus Bechern Wein und hören Musik mit kleinen Lautsprechern. Eine Studentin aus der Gruppe, Linda (25) erzählt uns, dass sie und ihre Freunde sich gerade in der Prüfungsvorbereitung befinden und deswegen nur „ein paar Stündchen Ablenkung suchen“.

Gegenüber feiern ein  paar 19 jährige Abiturienten ihr gerade erhaltenes Abitur. Viele von ihnen sind schon stark alkoholisiert, feiern und grölen ausgelassen. Sie sagen uns, dass sie heute Abend noch viel vorhaben werden. Hier wird, wie wir erwartet haben, härterer Alkohol konsumiert.

Durch unsere Forschung kristallisierte sich heraus, dass sich zuerst einmal verschiedene Gründe für das Konsumieren von Alkohol finden ließen. Es wurde getrunken zum reinen Genuss und in kleineren Mengen, wie bei der Studentengruppe, die sich in der Prüfungsvorbereitung  befand oder bei Menschen, die sich zur trauten Zweisamkeit verabredeten.

Dann gab es wiederum Gruppen, die „es krachen lassen wollten“, wie sie uns verrieten. In so einer lauen Sommernacht in Tübingen bleibt keiner allein, auch wenn sich die Plätze langsam leeren, ist alle paar Meter etwas Neues geboten.

So entdecken wir auch Gruppen, die die Neckarbrücke zum „vorglühen“ nutzen, wie es Daniel(20) beschreibt.

 Am Abend wird die Neckarmauer, stärker als die Neckarinsel als Zwischenort verwendet. Er lädt zum Verweilen ein, bis sich dann der Abend zur Nacht wandelt und alle Menschen in verschiedene Richtung ziehen lässt. Die Verfassung und die weiteren Abendaussichten sind so vielfältig wie ihre Besucher. An den beiden Orten kehrt jedoch langsam Ruhe ein und auf ihnen die vergessenen Sommersachen der Menschen.

 Wir entdecken auf unserem Nachhauseweg viele leere Flaschen, ein paar Sonnencremes und sogar eine Sonnenbrille auf einem Liegetuch. Aber so ist das im Sommer, wenn man viel lieber draußen lebt und sparsamer mit Utensilien für den Tag und die Nacht ausgerüstet ist.

Als Bilanz unserer Forschung kann man Alkohol als das Abendaccessoire dieses Sommers bezeichnen. Am meisten Anklang fanden diverse Cocktails und Wein. Es galt wohl die Regel, Hauptsache flüssig und kühl.

 

Mut zum Hut!

Herbstzeit ist für mich Hutzeit, denn was schützt einen besser vor wilden, goldenen Herbstwinden und grauem Nieselregen als ein tief in das Gesicht gezogener Hut? Ganz nebenbei rundet ein Hut ein ganzes Outfit stimmig ab und gibt ihm eine eigene, individuelle und extravagante Note. Grund genug, den Hut laut der großen Modezeitschrift „ELLE“ zum Modetrend des Herbstes 2012 zu erklären. Der Hut ist wieder da! Aber war er überhaupt je weg?

Ein kleiner historischer Überblick über die Geschichte des Huts. Und dann die Frage: Wer trägt heute Hut und warum?

Im 19. Jahrhundert war die Haube die Kopfbedeckung für die Frau. Zunächst oft groß und reich verziert und teilweise unter dem Kinn zusammengebunden wurde die Haube  zur zweiten Hälfte des 19 Jahrhunderts auf eine schlichtere Form reduziert und zur Bedeckung des weiblichen Haupthaares hauptsächlich der verheirateten Frauen genutzt.

Um 1900 wurden die Kleider der Frauen enger und die Hüte dafür größer, bunter und auffallender. Der Hut symbolisierte nun nicht mehr Demut und Zurückhaltung, sondern stand für den Wohlstand der Trägerin. Je größer desto besser! Um 1920 wurde der Wagenrad-große Hut durch einen praktischeren, enganliegenden und zurückhaltenden „Topfhut“ ersetzt. Frauen wurden selbst berufstätig und der Hut passte sich den veränderten Bedingungen der sich emanzipierenden Frauen an. Die Jahre von 1930 bis 1940 brachten eine Weltwirtschaftkrise und eine durch die nationalsozialistische Ideologie veränderte Sichtweise auf die Frau und ihre Aufgaben- sie sollte sich verstärkt wieder um die Küche und die Kinder kümmern. Daher unterlag die Hutmode nun wieder mehr modischeren als praktischen Richtlinien. Flache und asymetrische Hüte wurden kennzeichnend für diese Zeit. Das Kopftuch der “Trümmerfrauen” war dann das Kennzeichen der unmittelbaren Nachkriegszeit.

In den 50er Jahren galt nach wie vor Frank Sinatras Weisheit: „ohne Hut ist man nicht gut angezogen“, denn nur ein Hut vervollständigte das Outfit. Erst Ende der 50er Jahre ging die letzte große Blüte der Hutkultur zu Ende. Ende der 1960er Jahre verlor das Hutmacherhandwerk daher zunehmend an Bedeutung.

Und wie steht es heute um den Hut, jetzt wo er keinen sozialen Status mehr repräsentiert oder zum Ausgehoutfit dazugehört wie unsere Lieblingshandtasche?

 

Ich für meinen Teil liebe Hüte, besitze eine breite Sammlung an Schlapphüten, Trilbys (die ca. 2005 bei den Männern ein Comeback erlebten) und Borsalinos. Immer auf der Suche nach Hüten durchstöbere ich Vintage-Läden oder den Speicher meiner Großmutter nach alten Exemplaren, die ich in der Herbstzeit besonders gerne trage. Aber nach wie vor ist es eine Minderheit der jungen Menschen, die Hut trägt. Ich will wissen, warum.

Roter Schlapphut

Speziell in meinem Freundeskreis besitzen viele Hüte und tragen sie um ein Outfit abzurunden oder ihm einen extravaganten Touch zu geben. Sie interessieren sich für ausgefallene Mode, gerne auch Unikate aus dem Secondhandladen oder vom Flohmarkt. Ich stelle fest, dass junge Menschen, die sich für Mode begeistern und gerne experimentieren, Hüte lieben und sie gerne tragen- gerade auch weil es heutzutage eben nicht jeder tut. Weil es etwas Besonderes ist. Weil es an alte Zeiten und verlorene Eleganz erinnert.

Borsalino

 Ich frage beliebige Passanten zwischen 15- und 30 Jahren  auf der Straße, ob Sie sich vorstellen könnten, einen Hut zu tragen, und wer Ihrer Meinung nach einen Hut trägt. Die meisten sagen, dass ein Hut nicht zu Ihrem Kleidungsstil (eher sportlich oder simpel) passe oder ihnen zu auffällig sei. „Das überlassen wir den Modeexperten“ sagt ein Mädchen und lacht. Da hat sich im Laufe der Zeit ja ganz schön was verändert, denke ich bei mir, trug doch früher die breite Masse einen Hut und repräsentierte sich sogar darüber. Heute bedarf das Tragen eines Hutes ein gewisses Selbstbewusstsein, denn ein Hut wird sofort zu einem Hingucker!

Trilby

Ich besuche eine große Modekette und frage nach Hüten: den typischen Trilby-Hut gibt es sogar hier- er ist sehr erschwinglich und – laut Verkäufer- ein sich gut verkaufendes Modell. Um weitere Einblicke einzuholen betrete ich ein altes Hutgeschäft. Die Türklingel schellt, es knarzt, ich betrete den kleinen Laden und fühle mich sofort wie in eine andere Zeit versetzt. Der Hutmacher erklärt mir, dass es junge Leute gibt, die sich generell für alte Sachen begeistern, und die dann auch gerne besondere Hüte kaufen. Interessant, denke ich mir, und ziehe meinen Hut tiefer in die Stirn. Schön, dass die Hutkultur noch nicht ausgestorben ist, und schön, dass Modedesigner den guten alten Hut immer wieder einsetzten, meist sogar in den typischen, traditionellen Formen und Farben. Diesen Herbst  ist es nun wieder soweit- also    Mut zum Hut!

 

 

 

 

 

So farbenfroh sich die tanzenden Gruppen als Hauptakteure des dynamischen Festes in der Hauptstadt im Juli gaben, wurde auf Zuschauerseite mit sommerlich leuchtenden Farben eher gegeizt.

Mit dem nötigen Forscherwerkzeug im Gepäck begab ich mich nun mitten hinein in die zwar luftig, aber nicht besonders bunt bekleideten Beobachter auf die Suche nach den Gründen für den sparsamen Umgang mit farblicher Materie auf Zuschauerseite.

Fragen, die sich in den ersten Minuten nach der Wahrnehmung einer, gegenüber des bunten Treibens auf den Straßen, fast schon herbstlich wirkenden Maße an den Straßenrändern, aufdrängten waren: Wieso besteht, entgegen aller Erwartungen, ein solch großes Gefälle zwischen den Erscheinungsbildern der aktiv Teilnehmenden und der Zuschauer? Welche Atmosphäre hat das zur Folge? Wird dadurch etwas vom Sommergefühl eingebüßt?

Nachdem ich dem Zug also eine gefühlte Ewigkeit gefolgt war, um zu erschließen, ob sich der Eindruck der Farblosigkeit wieder verflüchtigt. Als ich realisierte, dass dem nicht so war, mussten sich einige am Rand stehenden Beobachter meinen Fragen nach dem Warum der Farbwahl für die stoffliche Bekleidung an diesem Tag, stellen. Drei von vier Befragten antworteten, dass es keinen bestimmten Grund für die Wahl des Kleidungsstücks gab. Man griff einfach in den Schrank und wählte dasjenige Teil, welches sich als geeignet für die Temperaturen erwies. Lag es also simpelst am Pragmatismus? Konnte man sich nicht anstecken lassen von dem sommerlichen Gefühls eines Karnevals an einem Sommertag?

Nach näherer Betrachtung der einzelnen Farbtöne stellte ich fest, dass mich nicht etwa der Anblick dunkler Farben irritierte. Die Vielfalt der Kolorierung war durchaus gegeben. Das was fehlte war  die Leuchtkraft der Zuschauerkleidung. Die Garderobe der Herrschaften am Wegesrand erschien so farblos, weil der bunt tanzende Mittelpunkt des Geschehens die ganze Aufmerksamkeit beanspruchte.

Und genau wegen des auffallenden Festes in mitten der Straßen, dessen starke atmosphärische Wirkung vor allem anderen zur Sommerlichkeit dieses Tages beitrug, spürte man als Zuschauer dieses bunten Treibens den ungefärbten Sommer.

Der Sommer ist vorüber, die Sonnenbrillen weichen den Wintermänteln und das Wintersemester hat begonnen. Die Stadt ist wieder voller Studenten, welche nun wieder viele ihrer Stunden in Veranstaltungen oder in der Bibliothek verbringen und oft den ganzen Tag außer Haus sind.
Ich habe mich dabei gefragt, was denn der durchschnittliche Student den Tag über braucht und was er folglich mit sich in seiner Tasche herum schleppt. Durch Interviews und auch den ein oder anderen Blick in die Taschen der Befragten, wollte ich diese Frage beantworten. Bei meiner kleinen Forschung beschränkte ich mich auf männliche Studenten, da über den Inhalt ihrer Taschen wenig bekannt ist, wohingegen Frauen und  ihre Taschen in den Medien schon öfter mal thematisiert wurden.
Die Taschen, um die es in diesem Bericht geht, sind entweder Umhängetaschen oder Rucksäcke. Eine andere Art der Tasche ist mir nicht begegnet. Umhängetaschen sind modern und trendy,
http://www.taschenkaufhaus.de/uploads/pics/PICARD_100767_Schwarz_front_UH_01.jpg
Rucksäcke dagegen sind das klassische Modell und werden als Nachfolger des Schulranzens auch häufiger verwendet als die Umhängetasche.
http://ecx.images-amazon.com/images/I/41S3A5SuBqL.jpg
Die Farbauswahl der Männertaschen ist meist unauffällig. Sie sind höchstens dreifarbig, zum größten Teil aber schwarz oder grau.
Dem Inhalt nach sind sich beide Taschen allerdings sehr ähnlich. Meine Interviews  ergaben, dass die Taschen rein nach Nutzen für den jeweiligen Tag befüllt werden. So beinhalten die Taschen meist nur das Nötigste:
Sifte/ Mäppchen, Schreibblöcke und Schnellhefter, ein Getränk, ein Schloss für Schließfächer in der Bibliothek.
Einzelne Personen hatten auch noch wetterbedingt Regenschirme oder Handschuhe und Mützen, Essen für einen langen Uni-Tag, Papierlocher oder Zigaretten in ihren Taschen.

Gegenstände, die sie auch außerhalb der Universität benötigen ( zum Beispiel Handys,Geldbeutel, Taschentücher, Schlüssel), trugen die Befragten fast ausschließlich in ihren Hosen- und Jackentaschen.

Das Ergebnis ist also, dass männliche Studenten sowohl bei der Auswahl ihrer Tasche, als auch bei deren Befüllung darauf achten, dass alles praktisch ist und seinen Nutzen hat. Die Tasche wird täglich neu gepackt und was nicht gebraucht wird, wird auch nicht mitgenommen. Das Aussehen der Tasche spielt für Männer dabei auch eine Rolle, diese ist aber nur zweitrangig hinter ihrem Nutzen.

Sommer – Ade

Der verfrühte Schnee Ende Oktober hat den verlängerten Sommer beendet. Die Sommersachen werden aufgeräumt, der “Sommersachen-Blog” endet nach über 50 Artikeln mit ein paar Nachträgen, die die nächsten Wochen noch eintreffen werden.

Danach wird er wie immer offen für ein paar modische Bemerkungen sein, vielleicht weniger als ‘Cruise Collection’ mehr als Zwischenbemerkungen bis zum nächsten Sommersemester, wenn er wieder richtig auf Kurs geht.

 

Sommersachen

Wir gehen wieder „en blog“ – Der Sommer ist da, das Seminar „Sommersachen“ meldet sich demnächst mit neuen Beiträgen…

Mit dem Sommersemester 2012 wollen wir den von Studierenden des Seminars ‚Was trägt Europa? Mode, Stil und Alltag‘ 2009 begonnenen und im Seminar „Medien der Mode“  2011 weitergeführten blog wieder auf ein jahreszeitlich interessantes Thema bringen.

Blogs haben im Feld der Mode und Trendbeobachtung in der letzten Zeit stetig an Bedeutung gewonnen, das macht sie für die Beschäftigung mit Phänomenen der Mode besonders interessant. Wir wollen dieses Medium dazu nutzen, kulturwissenschaftliche Themen aus dem Bereich Mode zu bearbeiten und mit den Mitteln dieses Mediums darzustellen. Bildbeiträge und kurze Kommentare stehen im Mittelpunkt unserer Präsentation. Sie sollen die Alltagsbeobachtungen der Studierenden formieren und schnelle Arbeitsweisen anregen. Kurze Essays entstehen zusätzlich als Resultate von Präsentationen im Seminar. In der Verschränkung von aktueller medialer Darstellung und klassischer wissenschaftlicher Arbeitsweise sollen die wissensgenerierenden Potenziale beider ausprobiert werden.

Das Seminar besteht aus Studierenden der Empirischen Kulturwissenschaft und kooptierender Fächer der Universität Tübingen. Die Themen aus dem weiten Feld von Alltag und Mode werden von den TeilnehmerInnen nach einer Anleitungsphase selbst bestimmt werden. Was wir letztlich bearbeiten werden und zu welchen Ergebnissen wir kommen, wird im blog zu sehen sein.

Wir wünschen viel Vergnügen!

LKD

Es gibt jede Menge Apps, also kleine Programme, die uns den Sommeralltag näher bringen und ihn uns erleichtern. In meinem letzten Blogbeitrag habe ich meine Untersuchungen bezüglich der „Sommer-Apps“ geschildert.

Nun habe ich mich gefragt, ob diese Anwendungen von Smartphone-Usern tatsächlich benutzt werden? Und ob sie damit dann auch ein Sommergefühl verbinden? Zunächst mal war ich sehr überrascht, wie bereitwillig mir jeder sein Handy unter die Nase hielt und mit Freuden seine Apps vorstellte („Die brauchst du unbedingt!“). Die klassischen Apps, wie beispielsweise die Wettervorhersage oder das Kochbuch, waren tatsächlich auf fast allen Smartphones zu finden und laut Benutzer auch ab und an im Gebrauch. Jedoch nicht nur speziell für den Sommer, sondern auch im Winter und im Herbst und – ja, eigentlich fast jeden Tag. Und wie sieht es mit den spezifischeren Apps aus? Nachdem ich meine Ergebnisse der etwas außergewöhnlichen Apps (Grill-Spiel, Ventilator,…)vorgestellt hatte, kam der ein oder andere Befragte sehr ins Schmunzeln: „Nee noch nie was gehört von der App – muss ich aber gleich mal ausprobieren!“ Und sofort wurde heruntergeladen, ausprobiert und bewertet. Und die Meinungen konnten nicht unterschiedlicher sein: Von „Das wird der nächste Gag bei der Grillparty“ bis „das braucht doch kein Mensch!“. Viele gestehen mir, dass sie viele Apps „besitzen“ („kann man ja mal brauchen….“), aber dann doch nicht bis selten nutzen. „Vor allem die speziellen Programme – Das ist wie Spielzeug. Am Anfang total interessant und dann legt man es in die Ecke und man vergisst es….Erst wenn man wieder (Speicher-)Platz braucht, findet man es wieder.“ (Leonie, 16 Jahre)

Bei meiner Studie stelle ich mehr und mehr fest, dass die „Sommer-Apps“ der allgemeinen Smartphone-Haltung ähneln: Es ist ein netter Zeitvertreib und man kann schlichtweg nicht mehr auf das Handy verzichten, aber Zeit mit Freunden und Familie ist weitaus mehr wert.

Dasselbe gilt als auch für die Apps: Sie sind tolle Spielereien und vereinfachen so einiges. Man kann an einem regnerischen Tag im Büro vom Grillen träumen (mal wieder das Grillspiel) und schon die nächsten Sommerrezepte heraus suchen und letzten Endes auch schauen, wann denn die Sonne (endlich) wieder scheint. Man hat vielleicht auch mehr Zeit den Sommer zu genießen, weil man nun fertige Listen für „das perfekte Picknick“ stets griffbereit hat. Aber eines kann das Smartphone niemals ersetzen: Die Sonne und die Zeit draußen mit Freunden! Nicht zu vergessen, dass „Not erfinderisch macht“, falls man dann doch nicht „die App, die Sie unbedingt brauchen“ zur Hand hat…schließlich heißt es im Sommer auch: das Gesicht in die Sonne und nicht auf den Bildschirm halten!

 

Sommer 2012. Etwas ist anders auf den Straßen Tübingens. Eine feste Größe auf dem Laufsteg der Stiftskirchentreppe ist diesen Sommer nicht erschienen. Letztes Jahr war die Stadt voll von ihnen. Leuchtend bunt stolzierten sie die Straßen hoch und runter. Schlenderten selbstbewusst die Gassen entlang. Die Rede ist von den pinken, grünen und bunten Chinohosen. Für Männer. Ich wollte diesen Sommer 2012 die Codes untersuchen, die die pinken Chinos kommunizieren. Doch dies sollte sich als Problem herausstellen. Denn im Vergleich zum letzten Sommer blieben sie dieses Jahr aus. Frank, der Besitzer des “Risiko”, meint: „Dieses Jahr gingen zwar die neonfarbenen Hosen für Herren gut weg, aber im Vergleich zu letztem Jahr läuft Pink gar nicht. Wir haben auch keine nachbestellt.“ Obwohl mir die Schnelllebigkeit der Modebranche bewusst ist, wollte ich trotzdem untersuchen, woran das liegen könnte.

Eine mögliche Erklärung für das plötzliche Verschwinden der pinken Hosen war die höhere Temperatur der Monate Juni und August. In meiner Untersuchung musste ich in Tübingen feststellen, dass die Modegeschäfte:  New Yorker, Risiko und Macho, hauptsächlich Chinos mit Karottenschnitt, die aus einem Materialmix mit Elasthan gefüttert werden, im Angebot hatten. Dieses Material gehört einer neueren Technologie an, denn ursprünglich wurden die Chinos aus leichtem Twill gemacht, einem Baumwollstoff, der in China hergestellt wurde. So erhielt diese Hose auch ihren Namen: „Chinos“. Im 19. Jahrhundert trugen die Soldaten Hosen aus diesem Stoff, die ihnen den Einsatz im tropischen Gebiet erleichtern sollten.

Entgegen verbreiteter Meinung  müssen Chinos nicht im Karottenschnitt hergestellt werden. Es gibt sie in den USA seit den 50ern „ganz klassisch“ mit einem weiten Schnitt. Ihren Namen haben sie wie erwähnt vom leichten mit China assoziierten Twill-Baumwollstoff. Doch die moderneren Chinos werden mit 2% Elasthan hergestellt. Bei hohen Temperaturen ist dieser Stoff nicht für jeden erträglich, obwohl er selbst Transpiration unempfindlich ist. Bei 40 Grad Hitze allerdings können die 2% Elasthan, im Gegensatz zu reiner Baumwolle, das Sommerfeeling entscheidend beeinträchtigen. Das faserige Gefühl, das auf dem Körper aufliegt, zusammen mit einem grellen Pink, scheint in dieser Kombination nicht das geeignete Outfit für den Sommer zu sein. So gesehen haben die Erderwärmung und Petrus in diesem Sommer einen direkten Einfluss auf die  Modeerscheinungen. Außerdem fand im Juni die Fußball Europameisterschaft statt. „Dort trägt man halt nicht gerne die pinken Hosen“, sagte Jurastudent Stefan K. Doch sollte ein stolzer Träger pinker Chinohosen diese wirklich nicht zum Fußball tragen?

In den fünfziger Jahren kristallisierte sich eine elitäre Schicht innerhalb der amerikanischen Oberschicht heraus. Die sogenannten WASPs (White-Anglo-Saxon-Protestant), die sich mit Hosen aus extravaganten Farben einen Scherz erlaubten, um mit den Codes der konventionellen Kleiderordnung zu brechen. Tom Wolfe hielt seine Beobachtung über diese Spezies wie folgt fest: „[...] They had their own tribal colours [...] with a go to hell air [...] and never forgetting the power of the money it came from.“

Mögen die grellen Farben lächerlich oder geschmacklos wirken, die Distinktion dieser Schicht erfolgte in Kombination mit einem dem allgemeinen Kleiderstil konformen, blauen Blazer. Dieses Merkmal signalisiert, dass die grellen Farben eines Kleidungsstücks ein bewusster Bruch mit dem alltäglichen Grau der Arbeitsanzüge sind. Das Pink der Chinos war ein gut gesetzter Scherz unter Freunden. Ein „Upperclass Gag“. Eine ironische Haltung zum Leben. Dem Leben außerhalb der Wallstreets. Sie ironisiert in ihrer Geschmacklosigkeit den ansonsten perfekten teuren Geschmack, der das Leben dieser Gentlemen rahmt, und gibt vor ein Fauxpas zu sein. Doch ist sie wiederum so über das Ziel hinaus geschossen, dass sie äußerst gewagt und geschmackvoll wirkt und gleichzeitig die Leichtigkeit des Lebens verkörpert. Denn Arbeit ist lästig und ab einem  bestimmten Grad des  Erfolgs nicht nötig. Sie signalisieren dem Bürger, der sich durch die Arbeit definiert und sich einen solchen „Scherz“ nicht erlauben darf, dass dem Erfolgreichen der Erfolg von selbst kommt, mit anderen Worten, dass sein Geld für ihn arbeite. Mit dieser Botschaft hob sich in den 50er bis zu den 80er Jahren die amerikanische Oberschicht von der Mittelschicht ab.

Parallel zu dieser Bewegung bildeten die Söhne der WASPs an den Elite Colleges in den USA der 50er eine eigene Tradition mit dem Preppie Style. Ähnlich wie ihre Väter arbeiten die Söhne ebenfalls mit Brüchen der konventionellen Kleiderordnung und kreierten dabei eine eigene Tradition, nämlich Kleidungsstücke ihrer Väter oder Großväter weiter zu tragen. Der Bruch besteht aus dem Kontrast der „älteren“ Kleidungsstücke, die aber eine Geschichte ausstrahlen, im Gegensatz zu den glatten und „neuen“ Kleidern der Schuluniformen oder der Ladenangebote. Tradition wird zu einer einzigartigen Ware.

Es herrscht ein dreidimensionaler Umgang mit der Verwendung der Codes, die das Kleidungsstück in dieser Schicht verkörpert: Der Großvater trug seine Chinos im Golfclub, der Vater trug sie nur noch für sich allein im Sommerhaus während der Gartenarbeit, der Sohn zieht sie in der Schule an, um sich wiederum als Elite Preppie mit viel Understatement zu repräsentieren. Kleider der Preppies müssen so aussehen, als wären sie richtig alt. Bloß nicht neu und glänzend. Dieses Verständnis von Stilbruch wurde schon von den Dandys im 19. Jahrhundert praktiziert, die sich als Elite von der Bürgerlichkeit absetzen wollten: Der Bürger trug einen schlichten Anzug. Er ließ die Leistung seiner Arbeit innerhalb einer Gesellschaft für sich sprechen und nicht seine extravagante Bekleidung. Jene Bühne der Selbstdarstellung wurde ab dem 19. Jahrhundert den Frauen überlassen, jedoch auch nur um den Erfolg des Mannes widerzuspiegeln. Dieser Bewegung entsprangen die Dandys. Einer der berühmtesten war George Brummell. Sein Motto war: „Ein Dandy gilt erst dann als gut angezogen, wenn nichts an ihm neu oder kostspielig aussah.“

Ein Dandy muss überhaupt nicht auffallen, weder durch vulgäre grelle Farben, noch durch ein gewisses uniformiertes Perfekt-Sein. Das bürgerliche Verständnis eines geschniegelt makellosen und doch schlichten Äußeren galt dem Dandy als unvornehm, kleinbürgerlich und vor allem kleingeistig. Ein Dandy war schon derart erfolgreich, dass er sich von den Konventionen so befreien konnte, dass er sie gar nicht mehr bedienen musste. Die Dandys hoben sich von den Bürgern durch den feinen aber nicht kleinen Unterschied ab, dass sie sich eben nicht durch ihre Arbeit definierten, sondern dadurch, dass das Geld für sie arbeiten würde.

Durch die Kommerzialisierung des Dandy-, Prep- und WASP- Stils von Seiten der großen Modekonzerne gehören diese Stile nun zur Konvention und zum Massenangebot. Die einzelnen Kleidungsstücke sind nicht mehr Distinktionsmerkmale einer Elite, die tatsächlich eine Tradition beinhalten, sondern Merkmale, die durch die Massenproduktion jedem zugänglich sind. Sie stellen den Anschein von Tradition her. Es geht nicht mehr darum, wie bei den Preppies und WASPs, die Yacht in Vermont zu besitzen, sondern die Idee dessen zu verkörpern.

Das Phänomen des Hipsters, das aus einer Gruppe von Menschen im Alter von 18-24 Jahren besteht, ist mit fünf jähriger Verspätung nun auch diesen Sommer in Tübingen angekommen. Sie haben die Haltung des „Go-to-Hell“ durch ihre abgerissenen und nicht zusammenpassenden Klamotten und durch ihren Stilmix  klar auf die nächste Stufe gehoben. Ihre Kleidung strahlt, trotz der Abgerocktheit und Zerrissenheit, einen urbanen Flair aus, als ob sie gerade aus einem Berliner Club in die Vorlesung geflogen kommen und nichts darauf geben, was die Professoren dabei denken. Ihre metrosexuellen Körper sind nicht muskulös, sondern drahtig als hätten sie gerade eine Entziehungskur hinter sich. Gleichzeitig umgibt sie eine Aura der Unnahbarkeit, die eine Implikation eines großen Intellekts suggeriert. Das Selbstbewusstsein, mit dem sie ihre Kleider durcheinander mixen, untermalt ihre Freiheit von gesellschaftlichen Zwängen, gegen die sie angeblich immun zu sein scheinen. Ihr Sinn für Hüte und Schals, die sie wie Künstler des Montmartre der 20er Jahre aussehen lässt, ist Ausdruck ihres poetischen Müßiggangs, den sie mit stundenlangen Cafeaufenthalten frönen. Diese Jungdandys müssen schließlich nicht arbeiten, denn die Eltern würden dies schon tun. Die Etikette des „Arm-seins“ kompensiert das schlechte Gewissen aus einem bürgerlichen Haushalt zu stammen. Gleichzeitig wird durch den Secondhand-Retro-Mix ihrer zum Teil sehr zerschlissenen Jeans, knallbunte Chinos und Pullis vom Flohmarkt eine eigene von den Eltern unabhängige Tradition gegründet. Diese Tradition ist der Kern ihrer Authentizität und Identität, da sie auf ein System setzen, das gegen den Kommerz geht. Ihre Produkte sind bis auf die neuesten Apple Geräte, wirklich alt und werden nicht nur auf „alt“ gemacht, wie die verfärbten Jeans der Schaufenster im New Yorker.

Stand der Tübinger Sommer 2011 unter dem Stern des WASP-Stils, hat sich in diesem Sommer der moderne Dandy-Stil in Form der Hipster durchgesetzt. Der Hype des Hipsterdaseins, das die Tübinger Gassen als Plattform für seinen exzentrischen Oldschool-Grunge-Singer/Songwriter-Kerouac Stils, hat die pinken Hosen der WASPs von der Bühne gedrängt. Durch die “Einschreibeflut” (bedingt durch den Doppelabijahrgang) neuer Studierender kann vielleicht demnächst von einem Generationenwechsel gesprochen werden: Die neue Herbstkollektion von H&M gibt schon erste Anzeichen dafür, dass dieser „Style“ demnächst von der Stange zu kaufen sein wird.

Die höheren Semester setzten auf die altbewährten Chinos mit einem ganz klassischen Schnitt in einer ganz klassischen, unauffälligen Farbe. Klassisches Understatement spricht für sich. Vielleicht hat die Ernennung der Universität Tübingen zur Elite  die Lust am „Battle der Codes“ genommen, und will sich ganz auf die Tugenden des Bürgertums besinnen, sich durch gute Leistungen zu definieren. Jeder Trend hat ein Verfallsdatum, Qualität wird zur Klassik erklärt sobald es nicht mehr als „neu“ gilt. Die klassischen Chinos bleiben in dem schnelllebigen Trendreigen zeitlos. Die Modetrends kommen und gehen, die klassischen Chinos bleiben.

 E.H. 

 

 

Oktober, die Sommersachen sind schon ganz hinten im Schrank verstaut, die Wintersachen wurden bereits hervorgeholt und sogar der Kamin wurde schon das ein oder andere Mal befeuert. Mit dem grauen Wetter ändert sich auch die Einstellung der Leute, viele bleiben jetzt lieber im Haus, als ihre Zeit draußen in der Kälte zu verbringen.

Doch dann, Mitte Oktober, beschert uns der Wettergott doch noch einen goldenen Herbst, bei 25 Grad könnte man sogar fast von einem zweiten Sommer sprechen. Die Leute kommen wieder aus ihren Verstecken und genießen die letzten warmen Tage des Jahres. Die Outfits sind dabei sehr unterschiedlich, während die einen ihre bunten Sommeroutfits nochmal aus dem Schrank kramen und den Sommer nochmal so richtig hochleben lassen, trauen die anderen dem Wetter nicht so ganz und bleiben lieber bei ihren herbstlichen Outfits. Was aber all diese Leute gemeinsam haben, egal ob luftig oder doch schon etwas wärmer gekleidet, ist das Accessoire, das sie bei sich tragen – das Eis.

 

Geht man dieser Tage durch Tübingen sieht man sehr viele Leute Eis essen, es herrscht ein regelrechter Run auf die Eisdielen.

 

Die Leute wollen das warme Wetter nochmal richtig genießen und tun dies, wie sie es auch sonst im Sommer tun, mit Eis. Auch wenn schon einige mit dicken Schals um den Hals herumlaufen und es im Schatten manchmal fast schon zu kalt ist um Eis zu essen, mit dem Eis will man das Sommergefühl so lange wie möglich aufrecht erhalten.

Das Eis ist so sehr mit dem Sommer verbunden, dass es sofort wieder konsumiert wird sobald sich die Sonne zeigt. Dieser Tage wird das Eis somit zum Sinnbild des Festhalten-Wollens am Sommer. Während wir krampfhaft versuchen am Sommer festzuhalten, krallen wir uns dabei doch nur an unser Eis, das dann trotz aller Bemühungen schmilzt.

Obwohl das Eis wohl von uns allen klar als „Sommersache“ bezeichnet wird, gibt es natürlich auch im Winter Eis. Zwar wird in der kalten Jahreszeit nicht mehr damit auf der Straße flaniert, da die meisten Eisdielen im Winter geschlossen sind, aber dennoch scheint es auch im Winter keinen Mangel an Eis zu geben. Bei den kalten Temperaturen kommt es eher zu einem Rückzug ins Heimische und es wird mehr Wert auf Entspannung gelegt. Die Werbekampagnen der Eishersteller zielen im Winter genau darauf ab. Es wird suggeriert, dass auch Eis zum Wohlfühlen dazu gehört. Im Winter gibt es daher oft besondere Winter-Eissorten, die das Wohlgefühl am knisternden Kamin an einem kalten Wintertag perfekt machen sollen. Siehe hierzu etwa den Langnese-Werbespot zur Winter-Eissorte „1001 Nacht“.

Trotz der schönen Bilder im Werbespot, die mir persönlich das Eisessen auch im Winter schmackhaft machen (obwohl mir das Eis an sich eigentlich nicht besonders gut schmeckt), bleibe ich doch lieber beim Eisessen im Sommer. Denn nichts ist so schön wie das Warten auf die erste Kugel Eis des Jahres, wenn das Wetter langsam wieder richtig schön wird. Um es mit den Worten von Langnese zu sagen,  „so schmeckt der Sommer“!

Es ist das Alltagsding schlechthin geworden. Unverzichtbar. Ständig dabei, ständig in der Hand. Es macht uns das Leben scheinbar leichter. Alles geht mit ihm schneller, einfacher und besser:

Das Smartphone.

Schnell die E-Mails checken, kurz das Wetter nachschauen und dann noch mit der integrierten Taschenlampe nach dem Schlüssel suchen. Ja, das Handy, ein neuer Freund der „Leichtigkeit“. Aber was hat denn jetzt das Handy mit dem Sommer zu tun? Wie soll uns das Handy den Sommer bringen? Oder gar den Sommer ausmachen? Genau das war das Thema meiner Studie, denn ich habe mich gefragt, inwieweit verschönern die sogenannten Apps (Kurzform für Applikationen, kleine Anwendungsprogramme auf dem Handy) uns den Sommer, beziehungsweise inwieweit machen sie für uns den Sommer aus? Ich kam auf die Idee durch den letzten Winter, denn da entdeckte ich eine Fülle an Programmen speziell für die kalte Jahreszeit: liebevolle gestaltete Spiele, den klassischen Adventskalender, Rezepte, Bastelideen und meinen Favorit: die Heizungsapp! Ob es diese Komponente auch für den Sommer gibt? Das Smartphone, ein inzwischen unverzichtbarer Alltagsgegenstand, den wir täglich nutzen, bringt uns den Sommer? Und siehe da, tatsächlich findet man im „App-Store“ jede Menge kleine Programme, die heiße Jahreszeit verschönern sollen. Aber auch die verschiedensten Medien suggerieren uns Apps, die uns „diesen Sommer unbedingt begleiten müssen“.

http://www.stern.de/reise/service/programme-fuer-das-iphone-die-zehn-besten-apps-fuer-die-urlaubsplanung-1574111.html

http://de.babbel.com/home/Sprachkurse-und-Apps-fuer-die-Sommer-Highlights-bei-babbel

Nun finden sich also neben den klassischen Dingen wie „leichte Sommerrezepte“, Regensensor, „Drinks für die perfekte Cocktail-Party“, Sprachkurse

und wieder herrlich amüsante Sommer-Spiele (Eiskugel weit schießen,…) auch sehr kuriose Dinge wie beispielsweise einen Ventilator, der lediglich mit seinen Design und dem „Windgeräusch“ Kühlung verschafft, bis hin zu einem Spiel, in dem man einfach das Grillen selbst imitiert. Also vom Streichholz anzünden, bis Grill belegen und anschließenden Tischdecken. Wir sehen also, dass es tatsächlich Anwendungen speziell für den Sommer gibt. Doch werden diese auch wirklich genutzt?

Public Viewing“ oder

Das Zusammentreffen sommerlicher Accessoires“

Über die letzten sechs Jahre hat es sich zu einem richtigen sommerlichen Phänomen entwickelt: das gemeinsame Betrachten fußballerischer Großereignisse. Kurz: das Public Viewing. Nicht nur in Deutschland sondern auf der ganzen Welt finden sich riesige Menschenansammlungen im Zwei-Jahres-Rhythmus zusammen, um ihre Mannschaft anzufeuern und gemeinsam Spaß zu haben. Insbesondere in unserem Land hat sich dieses Geschehen als eine Art Sommersache entwickelt, schließlich findet sowohl die WM als auch die EM in unserem meteorologischen Sommer statt. In anderen Ländern ist das Public Viewing längst nicht so deutlich ausgeprägt wie hierzulande. Während der letzten WM in Südafrika fand man selten Menschenmassen auf den Straßen – was auch daran lag, dass dort Temperaturen von ca. 10°C vorherrschten.

(Fanmeile Berlin 2006/entnommen 31.8.12)

Deutschland gilt auch als sprachlicher Urheber dieses Wortes. Im Jahre 2006 wurde durch die mediale Vermarktung „unserer“ WM mit einem enormen Ansturm gerechnet, wobei es zu mehr und mehr Übertragungen der Spiele auf Großleinwänden kam. Infolgedessen wurde das „Pubic Viewing“ (oder „Rudelgucken“) als Synonym dieses Ereignisses geboren und hat in unserem Sprachgebrauch eine viel größere Bedeutung wie im Englischen.

Das Public Viewing hat sich folglich auch auf viele andere Bereiche ausgeweitet. Man trifft sich mit Freunden zum Grillen, kauft sich einen neuen Großbildfernseher und lernt neue Menschen kennen – alles damit verbundene Auswirkungen. Die Medien mussten sich ebenfalls an die rasante Veränderungen des sozialen Geschehens in Deutschland halten. Es entstanden wissenschaftliche TV-Sendungen zur Entstehungsgeschichte, Zeitschriften erfanden einen Knigge für das richtige Verhalten und Modelabels schreiben uns vor, was wir tragen dürfen/sollen. Für Kleidungsbeispiele z.B. Glamour Ausgabe 06/06)

Heißt das folglich, dass wir uns nicht frei kleiden dürfen? „Ich ziehe das an, wozu ich Lust habe!“, so Anja F. beim Public Viewing in Tübingen in diesem Juni. Beim Blick auf ihre Kleidung fällt die Individualität leider nicht ganz so genau auf: offizielles DFB-Fußballtrikot, schwarze Shorts, schwarze Sneakers und dazu ein Übermaß an Accessoires (Blumen-Kette, Hut, Brille und Armband in den Deutschland-Farben). Schaut man sich die Menschen beim Public Viewing an, findet man diesen Kleidungsstil des öfteren. Ist es überhaupt möglich, als „normal gekleideter Mensch“ auf einem solchen Fest zu erscheinen? Bei meinem Selbstversuch (Jeans, T-Shirt und keine Accessoires) wurde ich mehrmals komisch angesehen. Bei meiner Nachfrage, was die Menschen dazu meinten, erhielt ich nur eine Ansicht als Antwort: „Das gehört sich eigentlich nicht!“ (Sahin F.) und „Langweilig“ (Gerald B.). Unsere freie Wahlmöglichkeit scheint also stark begrenzt zu sein. Bedenkt man allerdings, dass das Public Viewing ein Zusammentreffen mit einem einheitlich Thema ist, liegt ein gemeinsamer Kleidungsstil nicht weit entfernt. Zur Fastnacht trägt schließlich auch jeder ein Kostüm und im Schwimmbad würde man mit langer Hose und Pullover statt Badeanzug auch auffallen. Bei der Wahl der richtigen Kleidung hat man nur begrenzte Wahlmöglichkeiten. Immerhin die große Zubehörpalette kann uns etwas Individualität verleihen.

  (Wimpern in Deutschland-Farben/aufgenommen 30.8.12)

Letztendlich ist es einem selbst überlassen, wie stark man sich mit Fahnen, Flaggen und Accessoires dekorieren möchte. Doch ohne mindestens ein Zubehörteil ist man auf den Public Viewing-Events ein Außenseiter.

Es wird spannend, welche weiteren Optionen sich die Marketing-Welt in Zukunft ausdenkt und was uns bei der nächsten WM erwarten wird!

 

Quellen:

http://www.duden.de/rechtschreibung/Public_Viewing

http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/hamburg_journal/media/hamj20007.html

http://www.utopia.de/ratgeber/der-kleine-public-viewing-knigge-ratgeber-zur-em-fussball?all

http://www.peek-cloppenburg.de/magazin/public-viewing-fussball/;jsessionid=6F51C4ECE01D8799171FE7C3F1595E60.app2front?v=0

http://www.berlin.de/binaries/asset/image_assets/2538714/source/1342005618/418×316/

 

An einem sonnigen Tag machte mich wieder einmal auf den Weg ins Freibad um eben genau dieser Frage nachzugehen. Schon früh fällt auf, dass es definitiv einen Unterschied zwischen der weiblichen und der männlichen Freibadtasche gibt. Während Frauen hauptsächlich darauf achten, dass ihre Tasche gut aussieht, bestmöglich noch zum Outfit passt und genügend Stauraum für alles bietet, sind Männer eher weniger anspruchsvoll. (vgl. dazu   http://www.lui-styleguide.uni-tuebingen.de/wordpress/?p=4971  Ihre Tasche soll praktisch sein, gut aussehen darf sie natürlich auch, aber ob sie nun zur Hawaii-Badehose passt oder nicht, ist eher irrelevant. Deshalb setzen Männer auch eher auf Rucksäcke als auf Umhängetaschen, was auf den unten gezeigten Bildern deutlich sichtbar ist.

Bei zahlreichen Befragungen wird auch deutlich, dass Männer keine spezielle Freibadtasche haben, sondern sich für die Tasche oder den Rucksack entscheiden, den sie momentan eben bei sich haben. Auch der Inhalt ist wenig spektakulär: Handtuch, Sonnencreme, Handy und Geldbeutel.

Wir Frauen bekommen schon ein Sommergefühl durch die Vorfreude und das „Befüllen“ unserer Freibadtasche mit all unseren Sommersachen, wohingegen das bei unseren männlichen Kollegen eher eine Sache von 2 Minuten ist, wie mir erklärt wird: Badehose an – Handtuch rein in den Rucksack – los geht’s. Klar, dass da kein Sommergefühl aufkommt. Für die Männer stellt es sich durch die Stimmung im Freibad ein, durch die Freunde, die man trifft, das Wasser, das Beachvolleyballfeld,die vielen Mädels in hübschen Bikinis. Natürlich ist das bei den Frauen auch so, da wir einfach wie immer mehr Zeug brauchen, brauchen wir eben auch Zeit um alles einzupacken und entwickeln dabei schon eine gewisse Vorfreude.

 

Sommer in Berlin: Straßenkulturen.

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Beispielhafte Muster und malerische Eleganz: Das ist die Devise des wohl lebendigsten Sommerfestes in Berlin. Denn: Bunt war das neue Schwarz auf dem diesjährigen Karneval der Kulturen, der jedes Jahr von verschiedenen Kulturvereinen der deutschen Hauptstadt organisiert und veranstaltet wird.

Nicht nur die Natur greift Ende Juni zum Sommerkleid. Auch die Bewohner Berlins fühlen die wärmende Aufbruchstimmung und nehmen diese zum Anlass einen der facettenreichsten Straßenumzüge der prä-sommerlichen Monate zu veranstalten.

Als Besucher dieser 2-tägigen Ausgelassenheit, habe ich es mir zur Aufgabe gemacht die viel gelobte Jahreszeit in der Materialität der Kostüme zu finden. Und: ich bin fündig geworden!

Schon beim ersten Hinsehen, sprang mir der Sommer förmlich ins Gesicht. Wenig Stoff und damit viel nackte Haut bei milden Temperaturen und wolkenlosem Himmel. Doch die Knappheit der Kostüme war es nicht, die ausschlaggebend für das sommerliche Gefühl war. Es waren viel eher die pompösen Kopfbedeckungen und die bemalten Gesichter, die meine Aufmerksamkeit beanspruchten. Vor allem aber waren es die Farben der Kostüme und der Menschen im Allgemeinen, die dem Sommer seine Bühne boten.

Der Umzug, bestehend aus mehreren nummerierten Wagen, auf denen sich tanzende Menschen jeder Altersgruppe befanden, zeigte die Kulturrepräsentanten laut und beflügelt mit passend musikalischer Untermalung innerhalb ihres Fahrzeugbereiches. Knalliges Rot, strahlendes Gelb und grelles Orange unterstützten die heitere Stimmung. Vor allem die jeweiligen Länderfarben waren oft aufgehellt und besonders betont, Symbol für Sommer und Kultur zugleich. Dabei spielten diverse „Moderegeln“, die den gesellschaftlichen Geschmack formen und beeinflussen, anscheinend überhaupt keine Rolle. Alles war erlaubt. Die besonders kräftigen Farben der Kostüme gingen eine perfekte Symbiose mit den Motiven der Gesichtsbemalungen, die in ähnlicher Farbenvielfalt erschienen, ein.

Die Stoffe an den Körpern der feiernden Menschen waren wie erwartet so leicht wie luftig und in den meisten Fällen von latenter Transparenz begleitet.

Der Berliner Karneval der Kulturen ist eine Festlichkeit der Toleranz, Symbol der multikuturellen Liebe zur wärmsten Zeit des Jahres und Beispiel für das gelebte Gleichheitsprinzip. Das Rufen des Sommers in Form von Repräsentation der eigenen Kultur verbunden mit ausgelassenem miteinander Feiern machte sich vor allem in der Farbenpracht der Bekleidung bemerkbar und erzeugte eine freundlich-warme Atmosphäre.

Die Rechnung der Veranstaltenden ging problemlos auf: Kollaboration plus sommerliche Stoffe und gute Laune ergab eine kunterbunte Festlichkeit.

Besonders häufig ist in den letzten Jahren auch in diesem Sommer ein bestimmtes Sonnenbrillen Modell vertreten: Die Aviator. Der Versuch, sie bestimmten Personengruppen zuzuordnen, erweist sich als schwierig. Es lassen sich wenige Gemeinsamkeiten zwischen den Liebhabern der Pilotenbrillen feststellen: Männer wie Frauen, Alternative wie Hipster. Alle tragen sie. Auf Nachfrage, weshalb ausgerechnet die Aviator zum täglichen Sommerbegleiter wurde, weiß kaum jemand eine Antwort. Einige geben an, sie sei die einzige Sonnenbrille, die den Gesichtskonturen schmeicheln würde. Begleiter der Befragten wiederum sprachen vom genauen Gegenteil, dass die Brille – bei ihren Gesichtszügen – untragbar aussehen würde. Die Aviator scheint vielen zu stehen, aber eben nicht jedem.

Man erhält jedoch auch weitaus spannendere Antworten, fragt man Passanten nach dem Grund für ihre Affinität zu besagtem Brillenmodell: Sie wurde im Urlaub einem Strandverkäufer abgekauft und war unter vielen extravaganten Modellen mit viel Glitzer schlichtweg das einzig zu akzeptierende.

Dass das Modell sowohl für Männer als auch Frauen geeignet ist, macht es ebenfalls für einige interessant. So kann man sich spontan die Brille von seinem Partner borgen oder direkt im “Partner-Look” auftreten. Zudem ist Unisex heute beliebt wie nie: Es wird nicht zwingend betont, welchem Geschlecht man angehört. Vielmehr wird mit Elementen gespielt, die ursprünglich für das andere Geschlecht typisch waren. Es gibt maskuline Loafer für die Damen und Shirts mit extra weitem Halsauschnitt für die Herren. Die Aviator trifft somit genau den Zeitgeist.

Man kann nur vermuten, dass auch Prominente mit Medienpräsenz Anreize bieten, eine Pilotenbrille zu tragen. Wer möchte nicht derart tiefenentspannt wirken wie Angelina Jolie und Brad Pitt, die mitsamt ihren sechs Kindern und Pilotenbrillen von Fotografen auf offener Straße abgelichtet werden?

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Wieder andere geben an, mit der Brille jedem Outfit eine gewisse Lässigkeit einzuhauchen.

Ob die Brille eine “Ur-Aviator” aus dem Hause Ray Ban ist oder ein No-Name Produkt, scheint nebensächlich zu sein. Wer grundsätzlich Marken bevorzugt, setzt sich gerne eine “Ray Ban” auf die Nase. Dem Aviator-Feeling tut es jedoch keinen Abbruch, wenn das Stück von Hennes und Mauritz kommt. Auch bei Farben und Formen kann man frei nach Geschmack wählen. Ursprünglich hatte die Aviator mit dem Aufdruck Ray Ban grüne Gläser und goldfarbende Bügel. Heute varrieren Form, Farbe und Tönungsintensivität der Gläser.

 

Dass das Modell der bekannten Marke Ray Ban bereits 1937 auf den Markt kam, ist für viele eine Neuheit. Spielt der “Retro-Faktor” denn überhaupt eine Rolle? Verspüren einige einen Hauch Nostalgie beim Tragen der Pilotenbrille? Ein anderer Gedanke scheint plausibler.  Wie fast alles in der Welt der Mode erlebt auch die Aviator ein Revival. Denn bereits in den 80ern erfreute sich die Aviator großer Beliebtheit. Von Designern und Modeschöpfern wieder aufgegriffen und neu interpretiert gelangen beliebte Formen immer wieder in unseren Kleiderschrank  – oder unser Brillenetui.

 

Wer kennt es nicht das Verlangen nach einer dringenden Abkühlung in der heißen Sommerzeit? Was liegt näher als sich im Freibad mit Freunden zu treffen? Sei es spontan nach der Uni oder auch tagelang geplant, das Ziel ist dasselbe: rein ins kalte Nass und danach ab in die Sonne. Doch was nimmt man mit und vor allem, worin nimmt man das alles mit?

Ich beschließe dieser Frage und der Frage nach der weiteren Verwendung der Freibadtasche im Winter nachzugehen. Um den Umfang etwas einzugrenzen beschränke ich mich auf die Generation im Studentenalter, da alles andere den Rahmen deutlich sprengen würde.

Als ich mich das erste Mal ins Freibad aufmache um herauszufinden, welche Tasche zur Freibadtasche wird und die Leute frage, weshalb sie sich für genau DIESE Tasche entschieden haben, ernte ich erstaunte und fragende Blicke. „Darüber habe ich überhaupt nicht nachgedacht“ ist die häufigste Antwort die ich bekomme.  Nach kurzer Bedenkzeit stellen die meisten Frauen fest, dass sie ihre Tasche hauptsächlich wegen ihres Aussehens gewählt haben, ob praktisch oder nicht spielt hier nur eine untergeordnete Rolle. Männer dagegen entscheiden sich meist für den nächstbesten Rucksack, der ihnen in die Finger kommt, hier steht das Praktische also deutlich im Vordergrund.

Aber warum ist die Tasche im Freibad nun eine Sommersache und was passiert mit ihr im Winter?

Auch diese Frage stelle ich an meine Zielgruppe und bin selbst ein wenig über die Reaktionen überrascht, denn es stellt sich tatsächlich heraus, dass die Freibadtasche keinesfalls im Schrank verschwindet, sobald auch die Sonne ihre Wintermütze ausgepackt hat, sondern die Tasche wird für diverse andere „Winterevents“ wie z.B. Thermalbadbesuche wiederverwendet.

Doch was macht die Tasche im Freibad zu einer Sommersache und nicht nur zu einer gewöhnlichen Tasche? Meine Antwort finde ich, als ich die Leute bitte in ihre Taschen hinschauen zu dürfen. Die Freibadtasche wird zu einer Sommersache durch die Gegenstände, die man in ihr transportiert: Bikini, Sonnencreme, Sonnenbrille, Strandhandtuch, Beachvolleyball und noch viele weitere “Sommergegenstände”. Genauso wie sie zu einer Wintersache wird durch die Sachen, die man im Winter in ihr mit sich trägt.Mützen, Handschuhe oder Halsbonbons.

Ich kann also schlussfolgern, dass theoretisch jede Tasche zur „Sommer-“ bzw. zur „Wintersache“ werden kann, alleine durch die Gegenstände, die in ihr transportiert werden. Es ist also egal, ob unsere „Freibadartikel“ nur schnell in die Uni-Tasche geworfen werden oder unser Freibadtrip tagelang geplant ist, die Freibadtasche ist eine Sommersache, weil wir sie durch das Befüllen mit „Sommersachen“ dazu machen. Denn diese Gegenstände und das Freibad an sich sind es, die uns das Sommergefühl geben.

 

Strahlender Sonnenschein. Eine leichte Brise sorgt dafür, dass man freier atmen kann. Perfektes Wetter für sommerliche Unternehmungen wie Freibad, Eisessen oder durch die Innenstadt flanieren. Um seine Haut vor der direkten Sonneneinstrahlung zu schützen,  ist eine Sonnencreme immer mit im Gepäck. Sonne kann der Haut schaden. Heutzutage weiß das, dank intensiver Aufklärung durch Ärzte und Sonnencremefabrikanten, jeder. Dabei sollte man nicht vergessen, dass es noch jemanden gibt, der es nicht mag, langfristig ungeschützt der Sonne ausgesetzt zu sein: Die Augen.

Werden sie zu lange durch direktes UV-Licht belastet, können Schäden an der Hornhaut sowie Verbrennungen im Auge die Folge sein. Abgesehen von den gesundheitlichen Vorteilen, die für das Tragen einer Sonnenbrillen sprechen, lässt sich das gute Wetter auch wesentlich entspannter genießen, wenn man nicht unablässig vom grellen Licht geblendet wird.

Sind die Augen gegen die Sonne geschützt, ist ein Café Besuch im Sommer noch schöner

 

Schaut man sich bei sonnigem Wetter an belebten Plätzen um, scheint es, dass die Menschen sich dessen bewusst geworden sind: Überwiegend dunkel bebrillte Sonnenanbeter sind zu beobachten. Die unterschiedlichsten Brillenvarianten sind vertreten, je nach Altergruppe und Geschmack dominieren jedoch einige wenige modische Modelle. Die Sonnenbrille ist längst mehr als ein reines Hilfsmittel: Sie ist ein Fashion-Statement.

 

 

Zum Funktionalen der Liegetücher lässt sich folgendes sagen: während Picknickdecken und ähnliches durchaus multifunktionell eingesetzt werden, ist dies bei den Strand und Badetüchern  nicht der Fall. Man begegnet ihnen zwar auch durchaus im Park jedoch werden sie auch hier zum Faulenzen unter der Sonne benutzt. Geht es darum sich nach dem Schwimmen abzutrocknen, führen die meisten extra Handtücher mit, wobei hier noch anzumerken wäre, dass die “meisten” weiblich sind, das männliche Geschlecht scheint eher weniger Probleme zu haben auf einem feuchten Strandtuch zu liegen. Ebenso wenig trifft man beim Grillen auf Badetücher, hier dominieren ganz klar die Picknickdecken. Grund hierfür dürfte die Tatsache sein, dass man doch ganz gern hin und wieder kleckert oder etwas verschüttet und irgendeine alte Decke von Zuhause dies definitiv besser verkraftet als ein Badetuch.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Unterscheiden sich die Tücher in Motiv und Farbe doch relativ stark, so sind sie vom Material her beinahe alle gleich: Frottee-Tücher, welche aus Baumwolle hergestellt wurden, vereinzelt noch mit einem Zusatz aus Velour.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Strand-Liegetuch ist aus unserem Sommer einfach nicht wegzudenken; ein Besuch im Freibad, oder noch besser ein Urlaub am Strand ohne das dazugehörige Tuch, um sich darauf zu sonnen? Undenkbar!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Exot der Exoten: eine Strohmatte, von manchen als “Retro” abgetan, erfreut sie sich, insbesondere wenn die Wiesen morgens noch nass sind, durchaus einiger Beliebtheit.

 

 

 

 

 

 

 
   

Ebenfalls anzutreffen: Picknickdecken, welche sich insbesondere bei Gruppen oder  Familien mit Kleinkindern einer hohen Beliebtheit erfreuen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sind wir das nicht alle?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Von links nach rechts: Liegetuch, Duschtuch und Handtuch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ist das Strandtuch für uns ein fester Bestandteil des Sommers, so genießt das Handtuch bei Kennern der Science-Fiction Literatur einen ebenso großen Stellenwert. In Seiner Romanserie „Per Anhalter durch die Galaxis“ hat der Autor Douglas Adams dem Handtuch einen literarischen Denkstein gesetzt. Im Andenken an den 2001 verstorbenen Adams wird von Fans der Serie jährlich am 25. Mai der sogenannte „Towel Day“ (zu deutsch: Handtuch-Tag) gefeiert.

Zum Abschluss hier der entsprechende Auszug aus „Per Anhalter durch die Galaxis“.

Ein Handtuch, heißt es da, ist so ungefähr das Nützlichste, was der interstellare Anhalter besitzen kann.
Einmal ist es von großem praktischem Wert – man kann sich zum Wärmen darin einwickeln, wenn man über die kalten Monde von Jaglan Beta hüpft; man kann an den leuchtenden Marmorsandstränden von Santraginus V darauf liegen, wenn man die berauschenden Dämpfe des Meeres einatmet; man kann unter den so rotglühenden Sternen in den Wüsten von Kakrafoon darunter schlafen; man kann es als Segel an einem Minifloß verwenden, wenn man den trägen, bedächtig strömenden Moth-Fluß hinunter segelt, und nass ist es eine ausgezeichnete Nahkampfwaffe;
man kann es sich vors Gesicht binden, um sich gegen schädliche Gase zu schützen oder dem Blick des Gefräßigen Plapperkäfers von Traal zu entgehen (ein zum Verrücktwerden dämliches Vieh, es nimmt an, wenn du es nicht siehst, kann es dich auch nicht sehen – bescheuert wie eine Bürste, aber sehr, sehr gefräßig);
bei Gefahr kann man sein Handtuch als Notsignal schwenken und sich natürlich damit abtrocknen, wenn es dann noch sauber genug ist.

Was jedoch noch wichtiger ist: ein Handtuch hat einen immensen psychologischen Wert. Wenn zum Beispiel ein Strag (Strag = Nicht-Anhalter) dahinter kommt, dass ein Anhalter sein Handtuch bei sich hat, wird er automatisch annehmen, er besäße auch Zahnbürste, Waschlappen, Seife, Keksdose, Trinkflasche, Kompass, Landkarte, Bindfadenrolle, Insektenspray, Regenausrüstung, Raumanzug usw., usw. Und der Strag wird dann dem Anhalter diese oder ein Dutzend andere Dinge bereitwilligst leihen, die der Anhalter zufällig gerade »verloren« hat.
Der Strag denkt natürlich, dass ein Mann, der kreuz und quer durch die Galaxis trampt, ein hartes Leben führt, in die dreckigsten Winkel kommt, gegen schreckliche Übermächte kämpft, sich schließlich an sein Ziel durchschlägt und trotzdem noch weiß, wo sein Handtuch ist, eben ein Mann sein muss, auf den man sich verlassen kann.

 

 

 

 

 

 

 

Stellt man mehreren Personen die Frage, was Sie mit dem Sommer denn so verbinden, kommt als Antwort meist mehr zurück, als man anfangs erwartet hat.  Ein kurzes Beispiel:  Sonnenschutz, Autokino, Beachvolleyball, Cocktails, Camping, Grillen, Glühwürmchen, Limonade, Ozonloch, Sommermode, Urlaub, Wassersport und, und, und. Das Ganze variiert von Person zu Person, stets mit dabei sind jedoch das Freibad, die Hitze, der Sandstrand am Meer sowie das Strand-Liegetuch.

Begeht man an einem warmen, um nicht zu sagen heißen Sommertag nun den Fehler, dass man sich erst Nachmittags im Freibad einfindet, erwartet einen zumeist das Folgende: Liegetücher soweit das Auge reicht und man selbst mittendrin auf der verzweifelten Suche nach einem freien Stückchen Gras, auf dem man das eigene Liegetuch ausbreiten kann. Gar nicht mal so einfach, insbesondere dann, wenn man als Gruppe unterwegs ist. Wenn jedoch erst einmal ein freies Stückchen Erde gefunden und okkupiert wurde, geht es entweder direkt ins kühlende Nass oder aber unter die wärmenden Strahlen der Sonne.

Während wir uns nun dem gesellschaftlich oder zumindest medial vermittelten Ideal eines braungebrannten Körpers annähern (Kurze Unterbrechung: schon einmal einen Körper gesehen, der über die Jahre hinweg viel zu viel in der Sonne oder im Solarium war? Da macht die Haut irgendwann nur noch einen lederartigen Eindruck…), könnte man auch einmal die Umgebung betrachten.

Blenden wir die Menschenmassen einmal aus, sticht eine enorme Farbenvielfalt der Liegetücher ins Auge. Farben, nicht Formenvielfalt wohlgemerkt; mit durchschnittlich 90 auf 180 cm unterscheiden sich die Liegetücher in dieser Hinsicht eher wenig.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein eher älteres Modell:

 

Nach sechs Wochen intensiver Forschung der Schaufenster in der Region haben wir viele Eindrücke gesammelt. Die Sommerdekoration war relativ vielfältig und sommerlich bunt. Es gab Dekorationen, die in manchen Geschäften in gleicher Art wiederzufinden waren, wie beispielsweise in diversen Apotheken. Andere Läden, darunter besonders der Einzelhandel, zeichneten sich durch ihre  individuellen Dekorationen aus. Neben den Ehefrauen der Geschäftsführer in einigen kleineren Unternehmen sind es in anderen kleineren Betrieben überwiegend ausgebildete Dekorateure, welche frei über die Schaufensterdekorationen entscheiden dürfen. Dabei sammeln sie immer wieder Eindrücke und richten danach schließlich ihre Dekorationen aus. „Doch, die macht das echt gut! Ich bin sehr zufrieden. Gefällt‘s Ihnen?“, der Geschäftsführer eines kleinen Elektrogeschäfts in Holzgerlingen lehnt lässig am Ladentisch und betrachtet dabei fortwährend die Schaufensterdekoration, während er mit uns spricht. Doch, es sieht wirklich schön aus. Es kommen einem dabei tatsächlich Urlaubsgefühle auf. Genauso beim Betrachten der Schaufenster von Apotheken (Abb. 1). Dort ist es der Chef, der ab Mai verschiedene Sonnencremeprodukte oder Reisemedizin kreativ hinter den Fensterscheiben in Szene setzt.

Abb. 1: Apotheke in Stuttgart

 

„Wir nehmen das, was wir grad da haben“, erzählt uns die Verkäuferin eines kleinen Mobilfunkgeschäfts in Böblingen. Die aktuelle Dekoration sei beispielsweise noch vom Valentinstag (Abb. 2). Natürlich hätten sie zwischenzeitlich eine Osterdekoration gehabt. Aber da Blumen frisch, leicht und sommerlich seien, hätten sie sich überlegt, diese Dekoration auch für den Sommer zu verwenden. „Wissen Sie, wir sind ein kleiner Betrieb, der schon seit zwölf Jahren Mobilfunkgeräte verkauft. Daher legen wir keinen besonderen Wert auf die Schaufensterdekoration. Uns ist vielmehr wichtig, dass die Produkte im Vordergrund stehen und die klare Struktur des Ladens erkennbar wird.“ Bereits während der Ausbildung ist die „Dekoration“ ein eigenständiges und verpflichtendes Fach für alle Lehrlinge.

Abb. 2: Blumige Dekoration eines Mobilfunkgeschäfts in Böblingen

 

Es gibt also private Unternehmen, die ihre Dekoelemente selbst einkaufen, um jedes Jahr je nach Saison unterschiedliche Ausstellungsarten präsentieren zu können. In größeren Unternehmen, darunter der deutschlandweit bekannte Optiker Fielmann, findet im Gegensatz dazu alle vier Wochen ein Dekowechsel statt, was die folgende Bilderserie anschaulich bestätigt (Abb. 3-5). Eine extra dafür zuständige Person „bereist“ sämtliche Filialen und tauscht die Schaufensterdekoration, welche zuvor von der Verwaltung festgelegt wird, aus. Die Verkäufer in den Filialen wissen daher nie, was als nächstes kommt.

Abb. 3: Fliegenpilz bei Fielmann

Abb. 4: Grüne Zwerge bei Fielmann

Abb. 5: Exotische Früchte bei Fielmann

 

Und wie sieht es eigentlich bei den Großkonzernen aus? Allgemein kann man sagen, dass ausgebildete Dekorateure alle zwei bis vier Wochen die Schaufensterdekorationen ändern. Was jedoch hinter den großen Glasscheiben zu bewundern ist, ist überwiegend produktabhängig. Dementsprechend werden Aktionen im Monat, wie der Sommerschlussverkauf, deutlich gekennzeichnet. Aber letztendlich hat es sich generell als schwierig erwiesen, Informationen zur Schaufensterdekoration zu erhalten, da wohl befürchtet wurde, dass die Konkurrenz davon erfährt.

 

Abb. 6: Modeboutique in Schwäbisch Hall

Der Sommer neigt sich mittlerweile dem Ende zu. Bis vor kurzem waren einige Schaufenster mit überdimensionalen Reklamen übersät. Schlagwörter, wie „Sale“ oder „Reduziert“ leuchteten in großen roten Lettern quer über die Schaufenster (Abb. 6-7) und verdeckten zunehmend die Sicht auf die noch verbliebene sommerliche Dekoration. Dieser freiwillige Sommerschlussverkauf, der in diesem Jahr relativ früh begann, ist nicht nur eine gute Gelegenheit für Schnäppchenjäger, sondern auch die ideale Möglichkeit für Einzelhändler ihre Sommerware loszuwerden, um so auf diese Weise Platz für die neue Herbstware zu machen. Die rot leuchtenden Reklamen motivieren die Kunden, die um siebzig Prozent reduzierte Sommerware zu kaufen. Die Sommerdekoration landet in der Versenkung. Der Herbst naht. Und das merkt man nicht nur an dem wechselhaften Wetter. Einige Läden haben ihre Schaufensterdekoration bereits umgestellt und leuchten nun in warmen Herbsttönen…

Noch bin ich nicht am Ende meines Schaufensterabenteuers. Das nächste Ziel ist ein Tübinger Optiker. Seine Artikel haben es sich sehr bequem gemacht und zwar auf kleinen Liegestühlen.

Was dies bedeutet, ist eigentlich schon fast selbsterklärend. Aber auch hier wurde nachgefragt. Die Verkäuferin erläuterte mir, dass Sonnenbrillen, Sonnenstühle, Blumen und Meer, ihrer Meinung nach, die Repräsentanten für einen gelungenen Sommer sind. Alle Dinge verbreiten ein Gefühl von Erholung, Ferien und Spaß. Helle und kräftige Farben wurden für die Liegestühle verwendet und auf diesen werden dann die Sommerbrillen platziert, gleich vor einem (Papier)-Swimmingpool. Die Verkäuferin wollte wenig Accessoires benutzen, aber trotzdem deutlich symbolisieren, dass der Optiker in Urlaubsstimmung ist. Da die verdunkelten Brillen für sie, DER Sommergegenstand schlecht hin war, hat sie sich darauf beschränkt diesen mit nur einem weiteren Assoziationspunkt zu verbinden, nämlich den Liegestühlen

Hier wurde also auf eine lustige Weise mit den gängigen Sommerdingenklischees gespielt.

Zu einem erholsamen Liegenachmittag gehört natürlich auch das richtige Essen
Die Verkäuferinnen eines Haushaltswarengeschäftes haben die Thematik des Essens aufgenommen. In ihrer Ware (Töpfe, Gläser, Vasen) versammelten sich Obst, Früchte und auch einiges an Gemüse. Damit wurden zum einem Waren präsentiert, aber gleichzeitig auch mit ihrem sommerlichen Zweck versehen. Die drei Becher auf dem Bild sind aus Glas, wurden aber Pappbechern nachempfunden, die man häufig beim Grillen oder anderen Sommeraktivitäten benutzt. Der blaue Becher hat sogar einen Knick, der den bekannten “used-look” nacheifern soll. Wie schon bei den Liegestühlen, wird auf bekannte Sommerdinge zurück gegriffen, aber mit einem starken Akzent auf die Stimmung. Eine andere Verkäuferin stellte fest, dass man im Winter nicht davon abgehalten wird Gemüse und Obst zu speisen, diese aber eher zu den sommerlichen Speisen gehören, da sie viel Sonne zum Reifen brauchen und damit beinah automatisch mit dem Sommer in Verbindung gebracht werden. Diesen Gedanken hatte anscheinend auch ein Taschenverkäufer aus Tübingen und stapelte gleich massenweise Obst im Schaufenster.

Was mein kleiner Schaufensterbummel mir gezeigt hat, ist, dass nicht wirklich eine große Variation an Sommersachen in den Schaufenstern vertreten ist, sondern es viel mehr um Kleinigkeiten geht, die eine gewisse Sommerstimmung verbreiten sollen. In diesen Fällen sind Sommersachen wie Liegestühle, Sonnenbrillen und Bierkrüge stets mit Stimmungen verbunden. Man kann sich natürlich mit einem Bierkrug und einer Sonnenbrille auf einen Liegestuhl im Winter auf der Alb verstecken, aber erst durch die sommerliche Stimmung und Flair werden Sommersachen zu dem, was sie für viele sind, nämlich die Idee von Urlaub, Sonne und Gemütlichkeit.
Da jeder Rundgang einmal zu Ende sein muss, wird das letzte Schaufenster seinen Platz hier finden, dass sich nämlich auch langsam vom Sommer verabschieden will und Richtung wärmere Gefilde davonfliegt.

 

 

Die Schaufenster der Bekleidungsgeschäfte waren diesen Sommer fast überall von einem Trend geprägt: bunte und kräftige Farben wohin man auch blickt, sie bestimmten auch 2012 unser vestimentäres Sommergefühl.
Neue Trends lassen den Alltag freundlicher gestalten, ob Tasche, Schal oder sogar Schuhe, dem Trend Colour Blocking konnte man sich in diesem Jahr nur schwer entziehen. Farben haben seit jeher eine ganz spezielle Wirkung auf ihr Umfeld, so sind die Farben unserer Kleidung oft auch ein Indiz für unsere aktuelle Stimmungs- und Gefühlslage. Besonders das Farbspiel Colour Blocking, bei dem diese außerordentlich kontrastreich getragen werden, zieht die Aufmerksamkeit auf den Träger des außergewöhnlichen Trends. Da man sich beim Colour Blocking vor allem in warmen Farben kleidet, wird ein positives, sommerliches Gefühl an die Außenwelt kommuniziert. Wie so oft bedient sich auch dieser Trend  bei der Meisterin des bunten Farbspiels: der Natur. Mithilfe von Colour Blocking schafft man es leichtfüßig auch bei nicht perfektem Wetter ein Sommergefühl entstehen zu lassen.

Jedoch erfordert es ein gewisses Maß an Stilsicherheit, damit das wilde Kombinieren von Farbblöcken innerhalb eines Outfits nicht zum modischen Fehlgriff wird. Beim anfänglichen Ausprobieren wird oftmals zu tief in den Farbtopf gegriffen, es ist deshalb  hilfreich sich an bestimmte Regeln zu halten. Zuallererst ist zu beachten, dass gut geschnittene Basics die Grundlage eines jeden Colour Blocking Outfits bilden, besonders schön wird der Look wenn diese aus hochwertigen Stoffen gefertigt sind und ein klares Design aufweisen, verspielte Applikationen wie zum Beispiel Rüschen sind eher unvorteilhaft. Am häufigsten tritt der Trend bei Oberteilen auf, die in sich schon zwei verschiedene kontrastierende Farbblöcke enthalten, das ist die einfachste Form diesem Trend nachzugehen.

Für den Rest des Outfits sollte man zu neutralen Basics in Beige, Weiß oder Jeansblau greifen, um so das Farbbild wieder zu beruhigen. Eine Stufe schwieriger ist es die verschiedenen Farbstufen in zwei Kleidungsstücken unterzubringen. Am einfachsten kann man diesen Effekt mithilfe einer Einteilung von Ober- und Unterteil in zwei Farbblöcke erzielen, hierbei ist es wichtig nie mehr als zwei von diesen Blöcken entstehen zu lassen. Das alles  sind jedoch nur hilfreiche Tipps und wie so häufig gilt auch hier die Fashionregel, alles was Spaß macht ist erlaubt.

Mut zur Farbe

Die goldene Regel der Fashionindustrie: jeder Sommer bringt auch immer einen vermeintlich neuen Trend mit sich. Durch diese Trendpolitik wird der Kunde/ die Kundin zum Kaufen der neuesten „It-Pieces“ an die Ladenkassen gelockt. Betrat man diesen Sommer eines der großen Modegeschäfte in deutschen Fußgängerzonen sprangen einem sofort die bunten, neonfarbenen Kleidungsstücke ins Auge. In den Modemagazinen und -blogs wurde gemeinsam ein neuer Trend heraufbeschworen: Colour Blocking, ein Zusammenstellen von verschiedenen sich kontrastierenden Farbblöcken in einem Outfit. Auf den Laufstegen der großen Designer erlebte dieser Trend bereits in den Frühling/Sommer Kollektionen von 2010 seinen großen Auftritt. Als erster „Colourblocker“ der Modegeschichte gilt Yves Saint-Laurent, er schuf mit seinem “Mondrian Day Dress“ aus der Herbstkollektion von 1965 den Prototyp dieses Trends und bewies damit avantgardistischen Spürsinn.
Durch den frischen Farbmix passt dieser Trend perfekt in unseren Sommer – ausdrucksstarke, satte Farben harmonieren wunderbar mit dem oftmalig verklärten Blick auf diese Jahreszeit. Das vorherrschende triste Farbeneinerlei von Schwarz, Braun, Grau und Grün der Wintermode bildet einen krassen Gegensatz zum farbenfrohen Colour Blocking, bei dem leichte, fließende Stoffe aus Polyester, Viskose oder edler Seide als Material für die Kleidungsstücke herangezogen werden.
Ein vorschnelles Urteil, den Trend Colour Blocking auf Frauenmode zu beschränken, lässt sich beim Blick in bekannte Modemagazine empirisch nicht bestätigten. Jedoch fordert es vom modernen Mann eine gewisse Portion an Mut so tief in den Farbtopf zu greifen. Bei Prominenten, die sehr oft als Vorreiter in Sachen Trends gelten, ist das Kombinieren von bunten Farbblöcken besonders beliebt, selbst Michelle Obama, First Lady der USA, zeigt sich als modebewusste Stilikone und macht so diesen Trend salonfähig. Durch das Tragen der bunten, positiven Farben signalisiert man vor allem eines: „Hier bin ich, selbstbewusst und gut gelaunt“, denn das Tragen von bestimmter Kleidung geht auch immer mit einer kulturellen Praxis einher. Doch der Trend Colour Blocking, das ist nicht einfach nur wahllos, vermeintlich nicht zusammenpassende Kleidungsstücke zu kombinieren, sondern erfordert ein gewisses Maß an Stilsicherheit und Raffinesse. Hilfreiche Tipps und Tricks für das Gelingen dieses Sommertrends gibt es in meinem nächsten Blogbeitrag!

Links:

http://www.metmuseum.org/toah/works-of-art/C.I.69.23

Bilder:

http://www.hm.com/josh/media/sys_master/9109750022174/hm_life_ways_to_wear_it_colour_lovin_02.png

http://www.polopuentearanda.com/wp-content/uploads/2011/04/wpid-zaracolorblock.jpg

http://www.fashionclutter.com/wp-content/uploads/2012/08/Male-colour-blocking.png

http://www.heatworld.com/images/108740_615x10000_STD/2012/4/obama-main.jpg

Die Welt zieht blank oder in den Urlaub. Wer da bleiben muss, macht es sich mit einem charmanten Schaufensterbummel gemütlich und träumt sich an spannende Orte. Doch der Sinn eines Schaufensters ist natürlich nicht der, dass man es von außen bewundert. Ein Schaufenster lockt, verführt, zeigt, dass es genau die gleichen Sehnsüchte hat oder es lässt uns schmunzeln, um so Sympathie zu gewinnen. Die Reise durch Tübingens lustige und interessante Schaufenster beginnt mit einem Stop beim Froschkönig in einem SchokoKaffe-geschäft

Natürlich wollte ich unbedingt wissen, was denn nun ein Froschkönig  mit Schokolade und Kaffee zu tun hat. Alle drei Dinge können selbstverständlich entzückend sein, aber trotzdem. Ein Gespräch mit dem Verkäufer, der gleichzeitig der Dekorateur war, hat mir da weiter geholfen. Schokolade und Kaffee wurden früher als Opfergabe diversen Götter dar gebracht. Der Dekorateur wollte eben auf diese Göttergeschichte auf eine humoröse Weise anspielen, indem er den Märchenfrosch neben den Kaffe setzte. Gleichzeitig spielt er auf die Tatsache an, dass man nie weiß, was aus einem geküssten Frosch alles schlüpfen kann, denn auch seine Schokolade hat viele geheime Füllungen, die man erst zu kosten bekommt, wenn man “rein-küsst-beißt”. Außerdem erzählt das Märchen vom Froschkönig, dass dieser bei strahlenden Sonnenschein an einem Fluss saß, als ein junges Mädchen, Blumen flückend, sein Wehklagen hörte. Also auch eher eine Sommertaggeschichte.
Nach dem Märchen und der Schokoüberraschung geht der Weg weiter zu den urigen Fenstern. Interessiert hat mich hier besonders, wie ein Antiquitätenhändler den Sommer einfangen will, da er ja (Sinn der Sache) eher mit vergangenen Dingen handelt. Nach einem überaus netten Gespräch wurde mir erklärt, dass es gewisse Sommersachen gibt, die seiner Meinung nach zeitlos sind und (seine Wortwahl!) solange es Männer gibt, bestehen bleiben.

Ich fand es spannend, denn hier habe ich zum ersten Mal den Impuls bekommen, dass Sommersachen auch geschlechtsspezifisch sein können. Wie das obere Bild zeigt, handelt es sich um die Bierkrüge, mit denen der Händler den Flair und Sommer der vergangenen Zeit einfangen will. Die Bilder zeigen alle zusammen Frühlings-Sommermotive wie z.B. tanzende Frauen im Grünen oder Männer in der freien Natur. Nach dem Besuch dieser zwei Schaufenster wurde mir klar, dass Sommersachen natürlich den Sommer verdinglichen, aber auch die Stimmung und Assoziation einfangen müssen und genau drauf achten, was denn ein Sommergefühl beim Betrachter auslöst. Scheinbar ist es hier zum einem ein gemütliches Beisamensitzen mit Tanz und Getränk (Bierkrüge), aber auch ein Hauch eines Sommermärchens.

…wenn ich ehrlich bin, erscheint bei der Verbindung dieser zwei Wörter gleich folgendes Bild vor meinem inneren Auge:

Aber da ich angehalten wurde nicht zu kulturpessimistisch zu sein, habe ich der Männerwelt nochmal eine Chance gegeben und einen weiteren Blick riskiert. Die Frage ist doch: Nach so vielen Jahren der Kritik an Socken in Sandalen und der propagandahaften Anpreisung von kurzen Sneakersocken, haben die Männer da nicht etwas dazugelernt? Wenn ein Umdenken eingetreten wäre, dann doch am ehesten in der Altersgruppe der 20 bis 30 Jährigen! Oder?

In den letzten Monaten habe ich den Blick auf die Füße meiner männlichen Umwelt geheftet und auch einige männliche Exemplare zu ihren Sommerschuh-Gewohnheiten befragt. Folgendes habe ich dabei herausgefunden:

Mein Pessimismus war tatsächlich unbegründet, denn das Bild des Socken-in-Sandalen-tragenden Mannes konnte ich glücklicherweise nicht entdecken. Schaut man genau hin, kann man sogar eine Vielzahl von verschiedenen Schuh-Arten an Männerfüßen entdecken.

 

 Von Sneakers über Sandalen (ohne Socken!), zu Flip Flops, leichten Stoffschuhen (wie etwa Chucks, Vans, Keds), Halbschuhen, zu den Klassikern wie der Adilette oder der Birkenstock-Sandale  gab es alles zu sehen. Aber auch ‘außergewöhnliche‘ Schuhe wie Espadrilles oder den neuen Trend der Segelschuhe konnte man entdecken. Natürlich gab es in der Studentenstadt Tübingen auch des öfteren schuhlose Füße zu begutachten. Ein ähnliches Bild zeigte sich mir bei meiner Umfrage, da die Befragten dieselbe Bandbreite an Schuhen angaben. Was aber trotz dieser Vielfalt auffällt, ist, dass die Männer noch viel zu zaghaft in ihrer Schuhwahl sind. Obwohl ich zwar viele verschiedene Männerfüße (nicht nur in Tübingen) gesehen habe, die den Sommer zelebrieren, so war doch auffallend, dass der vorherrschende Schuh immer noch der Sneaker ist.

 

Woher aber kommt dieser Sommerschuh-Verdruss? Um einen Befragten zu zitieren: „ Schuhe sind Schuhe, und wenn die Schuhe lange genug halten sind es auch meine Winterschuhe. Die haben also nix mit Sommer oder Winter zu tun. Wenn die Schuhe gut aussehen und ich neue brauche, werden die gekauft, egal welche Jahreszeit.“ Ich möchte hier natürlich nichts verallgemeinern, aber meiner Meinung nach zeigt sich in dieser Aussage, was einige Männer denken, nämlich, dass die Schuhwahl eher pragmatisch und nicht unter jahreszeitlichen oder modischen Aspekten erfolgen sollte. Ein weiterer Gesichtspunkt für die vorwiegende Wahl der Sneakers ist meiner Meinung nach, dass es in der Männerwelt immer noch als verpönt gilt seine Füße zu zeigen. Frauen werden durch die Erwartung von Kopf bis Fuß gepflegt zu sein quasi dazu gezwungen ihren Körper nach dem Winter wieder ‘präsentierbar‘ zu machen. Die Füße müssen ‘sommertauglich‘ gemacht werden, um sie in offenen Schuhen zeigen zu können. Die Hornhaut muss entfernt werden, die Pediküre muss erfolgen und am besten sind die Fußnägel am Ende in einer sommerlich-knalligen Farbe lackiert. Durch die Vermarktung der erforderlichen Hilfsmittel wird Frauen suggeriert, dass sie ihre Füße ‘sommertauglich‘ machen müssen, da sie von Kopf bis Fuß gepflegt zu sein haben. Bei Männern gibt es diesen Markt (noch?) nicht, weswegen Männerfüße, die per se schon oft als “Schweißfüße” gelten, nicht sommertauglich sind und somit in geschlossenen Schuhen versteckt werden sollten.

Allerdings gibt es natürlich auch genug Männer, die ihre Füße im Sommer durch offene Schuhe zeigen und so das Sommergefühl ausleben. Hier zeigte sich der Flip Flop als beliebtester Sommerschuh. Auch auf Nachfrage im Schuhgeschäft Shoe4You in Tübingen wurde bestätigt, dass in den letzten Jahren eine stetige Zunahme an verkauften Flip Flops zu verzeichnen war. Aber was zeichnet diese Schuhe als Sommerschuhe aus? Bei der Umfrage gab es auf diese Frage am häufigsten die Antworten, dass diese bequem, luftig und leicht sind. Sommerschuhe zeichnen sich dadurch aus, dass sie leicht an- und auszuziehen sind, dass sie die Fußform umschmeicheln und der Fuß somit „quasi barfuß“ ist. Dieses luftig-leichte Gefühl, dass uns vermittelt, dass der Fuß fast barfuß ist wird durch den Flip Flop am besten erreicht , wodurch der Schuh sich als idealer Sommerschuh auszeichnet. Aber es gab auch andere Merkmale, die einen Schuh zum Sommerschuh machen.  Einige Teilnehmer antworteten, dass sie im Sommer eher zu kräftigeren Farben greifen, die ein Sommergefühl auslösen. Aber auch Weiß wurde als Sommerfarbe genannt. Eine Antwort war beispielsweise auch, dass der Übergang vom nackten Bein (dank kurzer Hose) zum Fuß elegant gelöst werden muss und der Schuh daher die Fußform umschmeicheln sollte. Es gibt also die verschiedensten Merkmale, die einen Schuh zum Sommerschuh machen.

 

Wichtig scheint das Material der Sommerschuhe zu sein. Sie sind im besten Fall luftdurchlässig und leicht. Auch bequem sollten sie sein. Es sollte durch das Schwitzen keine Druck- oder Reibestellen zwischen Schuh und  Fuß geben. Durch das luftig-leichte Gefühl, das die Schuhe als Sommerschuhe auszeichnet, wird bei den Trägern ein Sommergefühl erzeugt. Wie ein Teilnehmer der Umfrage sagte, „gibt es nichts besseres im Sommer als barfuß herumzulaufen“ Da man sich dieses Gefühl in der Stadt oder im Beruf jedoch nicht immer erlauben kann, so sollte der ideale Sommerschuh doch wenigstens dieselbe Freiheit für die Füße herstellen. Der Schuh sollte durch seine leichte, luftige Art ein quasi Barfuß-Gefühl vermitteln. Durch diese Fußfreiheit wird beim Träger ein Sommergefühl erzeugt. Trugen einige der Befragten auch im Sommer Sneakers, so achteten dennoch viele darauf, dass diese zumindest aus etwas luftigerem oder bunterem Material sind. Jedoch kam bei vielen Sneaker-Trägern leider gar kein Sommergefühl durch das Tragen auf.

 

 

 

Abschließend ist anzumerken, dass ein Großteil der Sommergefühle einfach durch bestimmte Assoziationen entsteht. Bestimmte Schuhe trägt man einfach nur im Sommer und verbindet diese somit mit positiven, sommerlichen Erinnerungen.

…und, hörst du auch schon das typische Flip Flop Geräusch und spürst den warmen Sand zwischen deinen Zehen und die Sonne auf deinem Körper?

 

„ Deutschland ist im Sommer der Gipfel der Schönheit, aber niemand hat das höchste Ausmaß dieser sanften und friedvollen Schönheit begriffen, wirklich wahrgenommen und genossen, der nicht auf einem Floß den Neckar hinabgefahren ist. Die Bewegung des Floßes ist gerade die richtige; sie ist träge, gleitend, sanft und geräuschlos; sie beruhigt alle fiebrige Betriebsamkeit, schläfert alle nervöse Hast und Ungeduld ein; unter ihrem beruhigenden Einfluß schwindet jeglicher Ärger, Verdruß, Kummer, der den Geist quält, und das Leben wird zum Traum, ein Zauber, eine tiefe und stille Verzückung. “ Mark Twain

Schon Mark Twain erkannte den Reiz im Herunterschippern des Neckars. 1878 hat der US- amerikanische Schriftsteller den Fluss zwischen Heilbronn und Heidelberg zu Fuß und mit dem Floß bereist und dies 1880 in seinem Reisebericht „A Tramp Abroad“ beschrieben. Man sieht, schon zu des Autors Zeiten wurde der Neckar für Ausflüge genutzt, diese waren jedoch nicht von je her mit Spaß verbunden.

Der Stocherkahn – Nicht immer diente er zur Bespaßung von Studenten, Touristen, oder Familien. Ursprünglich wurde er als Gefährt für Fischer genutzt und war mit einem Segel versehen. Doch gegen Ende des 19. Jahrhunderts wich das Segel der Stocherkahnstange und den Sitzbrettern und wurde somit im Handumdrehen umfunktioniert. Diese weitere Art der Nutzung des Gefährts erkannten die Mitglieder von tübinger Studentenverbindungen . Sie waren die Vorreiter im Stocherkahnfahren im Sinne der Freizeitbeschäftigung. Diese Rolle blieb ihnen einige Jahrzehnte inne, bis die Bürger der Stadt den finanziellen Profit sahen und in den1980er Jahren erstmals kostenpflichtige Stocherkahnfahrten für Touristen anboten- ein voller Erfolg, wenn man die Entwicklung bis in das 21. Jahrhundert weiterverfolgt. Die Anlegestellen sind proppenvoll und mit einm Großteil wird touristisches Gewerbe betrieben.

Wer in eine Suchmaschine „Stocherkahn“ eintippt, kann sich vor Angeboten und Attraktionsfahrten kaum retten. Stocherkahnfahren ist zu einer der beliebtesten Attraktionen in Tübingen geworden.

Der Stocherkahn wurde einem Event- Objekt und entwickelte sich zu einem beliebten Ort für  Betriebsausflüge, Weinproben, kulturelle Veranstaltungen und natürlich zum Seele Baumeln lassen.  Das alljährlich im Juni stattfindende Stocherkahnrennen erfreut sich einer großer Beliebtheit, nicht nur bei Tübingern.

 

Stocherkahnrennen 2012

 

 

 

Tübinger Blätter, Bürger- und Verkehrsverein Tübingen e.V., 1979, Seite 121

Tübinger Blätter, Bürger- und Verkehrsverein Tübingen e.V., 2004, Seite 120

 

Je wärmer es in den letzten Wochen wurde, desto häufiger konnte man sie sehen, die Espadrilles. An Männern und Frauen, morgens, mittags, abends und nachts. Das diese Schuhe also ein Trend dieses Sommers sind, lässt sich nicht leugnen.

Doch was macht sie denn jetzt zu den perfekten Sommerschuhen? Wie fühlt sich ein perfekter Sommer am Fuß denn an?

„Also nicht zu warm, eher so leicht.“

„Ich mags, wenn bisschen Luft an den Fuß kommt… so, dass es eben nicht warm und schwitzig ist.“

„Stylisch, aber auch bequem.“

„Hauptsache der Fuß steckt nicht im eigenen Schweiß.“

Offen.“

Luftig, locker, leicht und bequem. Das scheinen die Anforderungen an den heutigen Sommerschuh zu sein, wobei der Faktor Style natürlich auch eine große Rolle spielt. Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten, aber die anderen geforderten Attribute kann man am Anwärter Supersommerschuh-Espadrille überprüfen.

Leicht trifft in jedem Fall zu. Der dünne Stoff und die Sohlen aus Jute bringen kaum etwas auf die Waage. Wenn man die passende Größe trägt, sind sie auch relativ locker, so locker ein Schuh eben sein kann, ohne dass man ihn beim Gehen verliert. Und luftig scheinen sie auch zu sein, zumindest wird in jedem Artikel der über Espadrilles geschrieben wird die außergewöhnliche Atmungsaktivität der Naturmaterialien gepriesen. Doch ein Modejournalist kann viel behaupten. Um sicher zu gehen, ist es wohl besser, dass selbst zu überprüfen. Genau wie die Sache mit dem Tragekomfort. Ein Selbstversuch lässt sich da kaum noch umgehen, um die Frage aller Fragen zu beantworten:

Ist die Espadrille der perfekte Sommerschuh?

 

Als ich meine Forschungsobjekte im Internet bestellen will, bin ich erst einmal überfordert. Zu viele Farben, Ausführungen und Preise schreien nach meiner Aufmerksamkeit. Nach reiflicher Überlegung werden es ein paar typische sandfarbene Espadrilles in Größe 39 für 9,95 inkl. Versand.

Tag 1: Der Postbote bringt mir meine neuen Sommerschuhe. Nachdem ich sie aus ihrer Plastiktüte befreit habe, inspiziere ich erstmal. Der Schuh riecht zwar ein wenig nach Plastik, was vermutlich von der Plastiktüte und vielleicht auch der gummibeschichteten Sohle kommt, aber tatsächlich ist der Geruch der Jute stärker. Beim Anprobieren stelle ich fest, dass ich sie gerade so anbekomme, aber nachdem ich einmal drin bin, sind sie tatsächlich ganz bequem. Auch die ersten Schritte in den neuen Schuhen fühlen sich ganz gut an. Der Zustand zu diesem Zeitpunkt: natürlich nagelneu, aber mit einem gewissen Handmade-Chic.

 

Tag 2: Das Wetter erlaubt es die Espadrilles zu tragen. Im Regen will ich tatsächlich nicht gehen, denn aus überraschend zahlreichen Kommentaren und Blogs zum Thema, habe ich erfahren, dass nasse Espadrilles stinken und unförmig werden. Es bleibt trocken und heiß und ich mache ein paar Erledigungen in der Stadt, um mich danach mit ein paar Freunden zum Kaffee zu treffen. Nach zweieinhalb Stunden laufen und stehen, merke ich, dass meine Füße und den asphaltierten Boden tatsächlich nur anderthalb Zentimeter trennen. Als ich mich ins Café setzen kann, ist das eine willkommene Erholung. Der Zustand meiner Espadrilles am Abend: fast wie neu.

 

 

 

 

 

Tag 5: Eigentlich ist es zu heiß, um sich zu bewegen, also fahren wir an den Baggersee. Als die Sonne langsam untergeht, ziehe ich meine Espadrilles über und bin positiv überrascht: sie sind angenehm schützend vor dem aufziehenden Wind aber trotzdem luftig genug, so dass meine Füße nicht schwitzen. Momentaner Zustand: Eigentlich noch ganz gut, der große Zeh zeichnet sich langsam ab und die Schuhe werden ein wenig lockerer. Ansonsten in Ordnung.

 

 

 

 

 

 

 

 

Tag 7: Seit dem Tag am See hat sich kaum etwas getan. Inzwischen haben meine Espadrilles ihren ersten Sommerregen abbekommen, den sie aber stink- und formlosfrei überstanden haben. Allerdings fühlen sich nasse Espadrilles an wie nasse Socken und sie brauchen eine Zeit zum Trocknen. Der Weg durch die Gärten hat an den Sohlen die ein oder andere Spur hinterlassen. Zustand nach dem Trocknen: Ziemlich genau wie an Tag 5.

Tag 8: Die Temperaturen gehen runter, am Abend ist es nicht besonders angenehm die Espadrilles zu tragen. Aber welcher Sommerschuh ist auch für gefühlte 15 Grad konzipiert. Zustand an Tag 8: sie sitzen etwas lockerer, der große Zeh wird deutlicher, an der seitlichen Sohle lösen sich ein paar Fäden und vorne an den Zehen löst sich ein wenig die Sohle.

 

              

Vorläufiges Resümee: Der Sommer ist zwar noch nicht vorbei, doch zu den überprüfbaren Attributen Luftigkeit und Tragekomfort lässt sich ein Fazit ziehen: Ja, Espadrilles sind außergewöhnlich atmungsaktiv, besonders am See war ich begeistert. Die Luft von Innen scheint zu entweichen, aber die von außen nur in Maßen einzudringen. Ein angenehmes Gefühl an sommerlichen Tagen.  Zum Thema Tragekomfort: Ja, sie sind bequem, ABER: man sollte nicht über Stunden in ihnen laufen. Da sie weder ein Profil, noch ein Fußbett oder sonst eine Dämpfung bieten können, wird das Laufen auf Dauer unangenehm.

Verdienen die Espadrilles jetzt den Titel „perfekter Sommerschuh“? Wie fast alles hat auch die Espadrille ihre Vor-und Nachteile. Sie hat eine schöne Naturoptik, die Leichtigkeit und Sommer verspricht. Sie ist angenehm leicht und locker am Fuß, Schweiß ist sehr, sehr selten. Aber die Qualität ist mittelmäßig, was in meinem Fall auch an der Produktion liegen könnte, und das Laufen auf Dauer unangenehm. Aber mal ehrlich, wer will im Sommer schon kilometerweit laufen? Für mich sind Espadrilles die (fast) perfekten Sommerschuhe, nicht nur wegen ihrer Funktion, sondern auch wegen ihrer Materialität und ihrer Optik, sie riechen wie Sommer und sehen auch so aus, nach ein paar Wochen mit ihnen vermutlich noch mehr. Und was eine jahrelang überzeugte Espadrille-Trägerin meinte: „ Ich mag keine Ballerinas. Ballerinas sind mir zu schick. Ich finde Espandrillos sind die Punk-Ballerinas unter den Sommerschuhen. Die sind einfach Sommer“,  trifft ziemlich gut den Kern des Ganzen: wer einen lockeren und leichten Sommer will, kann mit diesen Schuhen nichts falsch machen.

         

Im Sommer ist es bekanntlich warm, die Sonneneinstrahlung ist intensiver und in der Regel gibt es zahlreiche sonnige Tage. Was darf also auf keinem Fall fehlen für ein perfektes Sommerfeeling? Eine coole, stylische Sonnenbrille!

Doch was macht der Sommerskifahrer auf dem Gletscher? Achtet man in solchen Höhen immer noch auf den Stylefaktor oder denkt man da eher an seine Gesundheit? Wegen erhöhter UV-Strahlung und Sonnenstrahlung sind die Augen dort nämlich stark gefährdet.

Im Winter ist es auf dem Gletscher sehr kühl, es kommt häufiger zu Schneefall und die reinen Sonnentage mit blauem Himmel sind seltener. Der Skifahrer/die Skifahrerin zieht also gerne seinen Skihelm an mit passender Skibrille, da beides einen guten Schutz bietet gegen Wind und Kälte. Zusätzlich bring das Tragen eines Skihelms noch ein großes Sicherheitsplus mit sich. Zu einer Gletscherbrille oder gar normalen Sonnenbrille greifen im Winter die wenigsten Skifahrer, da Kälte und Wind eindeutig dagegen sprechen.

Skihelm mit passender Skibrille- eher was für kühle Wintertage!

 

Ganz anders sieht es hingegen im Sommer aus. Ob man immer noch einen Skihelm beim Sommerskifahren anzieht, das überlegt sich der Sommerskifahrer genau. Denn im Sommer kann es bei schönem Wetter sehr schnell richtig warm werden auf dem Gletscher, besonders unter dem Helm. Auch wenn dieser ein gutes Belüftungssystem hat, greifen in der Regel wenige zum Helm, obwohl dadurch die eigene Sicherheit beeinträchtigt ist- man möchte einfach vermeiden, regelrecht zu zerfließen vor Schweiß.

Der Sommerskifahrer bevorzugt also eher ein Stirnband oder eine dünne Mütze. Ganz ohne Kopfbedeckung geht es auch nicht, da es am  Morgen oft noch kühl ist und man auch den Kopf immer bedecken sollte vor der intensiven Sonnenstrahlung auf dem Gletscher.

Was passt also besser zu einem Stirnband oder einer stylischen Mütze? Eine coole Sonnenbrille, keine Skibrille!

Doch ist das so sinnvoll? Eine Sonnenbrille aus dem Alltag ist überhaupt nicht für die Bedingungen auf dem Gletscher geeignet. Auf dem Gletscher braucht man eine Brille mit mindestens der Filterkategorie 3 ( 80-92% Tönung), besser wäre Kategorie 4 (92 – 97% Tönung). Die UV-Strahlung und Lichteinstrahlung ist im Sommer auf dem Gletscher besonders intensiv, da Eis und Schneekristalle diese reflektieren und dadurch verstärken. Wenn man seine Augen nicht ausreichend schützt, kann man schneeblind werden, was bedeutet, dass die Netzhaust eine Verbrennung erleidet.

Alltagssonnenbrille- stylisch, aber absolut ungeeignet auf dem Glescher

Viele Alltagssonnenbrillen und auch gewöhnliche Skibrillen erfüllen diese Anforderungen nicht. Daher ist beim Sommerskifahren eine Gletscherbrille besonders zu empfehlen, da diese ausreichend Schutz bietet und zudem noch angenehm luftig ist. Diese ist also bei doch wärmeren Temperaturen als im Winter oben auf dem Gletscher deutlich angenehmer.

Klassische Gletscherbrille- Perfekter Schutz in der Höhe!

Hin und wieder aber kann es im Sommer auf dem Gletscher passieren, dass es plötzlich einen deutlichen Temperatursturz gibt und es zu Schneefall kommt. Für den Fall wäre eine Gletscherbrille perfekt, die erst bei Sonnenschein nachdunkelt und über einen perfekten Schutz gegen die UV-Strahlung bietet, die auch bei schlechtem Wetter auf dem Gletscher intensiv ist und häufig unterschätzt wird. Aber im Regelfall fährt man bei schlechten Wetterverhältnissen eher weniger auf den Gletscher, sondern wartet schönere Sommertage ab. Alternativ kann man auch immer eine Skibrille mit einem guten UV-Schutz im Gepäck dabei haben, als Notalternative.

Aber um eine Gletscherbrille kommt man also beim Sommerskifahren auf keinem Fall herum, wenn man seine Augen nicht gefährden möchte.

Gletscherbrille mit Stylefaktor – perfekt für einen Sommerskitag auf dem Gletscher!

Ein positiver Nebeneffekt: es gibt mittlerweile auch moderne & stylische Exemplare einer Gletscherbrille, die gut mit den hippen Alltagssonnenbrillen mithalten können! Ein wahrer Lichtblick!!

John F. Kennedy trug sie. Auch Dalí, Grace Kelly und Audrey Hephurn hatten sie an den Füßen. Heute sind es Berühmtheiten wie Kate Bosworth, Jennifer Lopez oder Emma Watson, die sie für sich entdeckt haben – die Espadrilles.
Ob die südfranzösischen und katalanischen Bauern des 14. Jahrhunderts damit gerechnet hätten, dass ihre Arbeitsschuhe einmal die Laufstege der modernen Welt als beliebte Sommerschuhe erobern würden, ist fraglich. Doch wie viele Bekleidungsstücke haben auch die Espadrilles ihren Ursprung in der Vergangenheit. Und ihren ersten Trendsommer haben sie auch schon seit einigen Jahrzehnten hinter sich. Als sie in den 1950ern und 60ern zum ersten Mal an den Füßen einiger der oben genannten berühmten Persönlichkeiten erschienen, waren sie zwar, ähnlich wie die schicken Segelschuhe, eher ein exklusives modisches Randphänomen. Doch dann in den 1980er Jahren hatten sie auch in der breiten Masse ihren großen Durchbruch. Durch US-amerikanische Serien wie „Miami Vice“ wurden die leichten Sommerschlupfschuhe zum trendigen Modeschuh des Sommers. Billige Massenproduktionen aus Asien ermöglichten jeder und jedem ein oder sogar mehrere Paare Espadrille zu besitzen. Neben ihrer sommerlichen Lässigkeit boten die Espadrilles nämlich auch den Vorteil, dass sie von beiden Geschlechtern problemlos getragen werden konnten.

Und nun sind sie erneut auf der Bildfläche der Modewelt aufgetaucht. Schon im Jahr 2011 wurden sie als Geheimtipp unter den Sommerschuhen gehandelt, doch spätestens dieses Jahr weiß es auch der weniger modeinteressierte Mitmensch: die Espadrilles sind wieder da!

Doch was genau sind denn nun Espadrilles, oder wie die Deutschen sie oft nennen, Espandrillos? Wo kommen sie her, wie werden sie gemacht und was macht eine Espadrille aus?

Die ursprünglichen Espadrilles, die in ihrem Herkunftsland Spanien übrigens alpargatas genannt werden, bestehen ausschließlich aus Naturmaterialien.
Die Sohle besteht aus Jute oder Hanf, die zu Kordeln verarbeitet werden. In ihren Anfängen wurden diese Kordeln übrigens aus Espartogras, einem harten, in den mediterranen Ländern vorkommenden Steppengras, gefertigt. In Katalonien, der vermuteten Herkunftsregion der Espadrilles, wurden die Schuhe daher espardenyes genannt – ein Ausdruck der dem heutigen Namen sehr nahe kommt.
Anschließend werden die Jute- bzw. Hanfkordeln schneckenartig zu einer Sohle aufgerollt und mit einem Wärmeeisen in Form gepresst. Bei den meisten Espadrilles wird inzwischen auch eine dünne Gummisohle aufgeklebt, um die Schuhe wasserfester und allgemein haltbarer zu machen.

     

Danach wird das Leinen oder die Baumwolle mit der Sohle vernäht. Dem verwendeten Stoff sind in Sachen Farbe, Aufdruck und Schaftlänge dabei keine Grenzen gesetzt.

 

Typisch jedoch ist die Überwendnaht. Wichtig beim ursprünglichen Modell ist außerdem, dass am Schaft der Espadrilles kein Verschluss angebracht wird.

Diese Art Espadrilles sind die bekanntesten, lässigsten und auch günstigsten. Doch wie so oft in der Mode, bleibt es nicht bei dem einen „Ursprungsmodell“. Schon vor Jahren haben berühmte Designer wie Yves Saint Laurent oder Luis Vuitton den Schuh und vor allem die Sohle der Espadrille für sich entdeckt und weiterentwickelt. Das führte dazu, dass wir heute Keilabsätze im Espadrille-Look an den Schuhen finden, oder leichte Turnschuhe, die anstatt einer Gummi- eine Hanf- oder Flachssohle besitzen.
Inzwischen ist also vor allem die Sohle dafür verantwortlich, ob ein Schuh „Espadrille“ ist oder nicht.

Das ist sie also nun, die Espadrille, eine der beliebtesten Sommerschuhe der Saison. Doch wieso genau? Was macht die Espadrille denn zum perfekten Sommerschuh?
Das gilt es herauszufinden! Der Sommer wird die Antworten sicher bringen.

 

O´Keeffe, L. (2005). Schuhe. Eine Hommage an Sandalen, Slipper, Stöckelschuhe. Potsdam: H.F. Ullmann.

http://derstandard.at/1577837091702/Alternative-zu-Flipflops-Espadrilles-Rueckkehr-der-Urlaubsschuhe

http://www.damenschuhlexikon.de/schuharten-espadrilles/

http://www.welt.de/lifestyle/manufakturen/article108583053/Espadrilles-die-Schuhklassiker-fuer-den-Sommer.html

http://video.de.msn.com/watch/video/ruckkehr-der-stofflatschen-designer-espadrilles-erobern-asien/uxyx1kgf?cpkey=b8bd7941-666c-4334-8d01-9f7b48adc051||||

http://www.sommerlatschen.de/NEU-handgearbeitete-Espadrilles/Produktion

Hände haben eine exponierte Position am Körper und sind nur selten komplett bedeckt, also kann man sicher sein, dass lackierte Fingernägel auffallen – will man besonders sicher sein, wählt man eine besonders knallige Farbe. Aber nicht nur die Finger werden lackiert, sondern auch die Füße, wie der Blick auf die Füße von Sandalenträgerinnen im Sommer verrät; Römersandalen, flache Zehentrenner, Peeptoes, Sandaletten mit Keilabsatz oder Riemchen kommen fast immer in bunter Begleitung daher.

Warum und wann werden Fußnägel lackiert und welche Farbnuancen werden bevorzugt? Das habe ich mich selbst und einige andere Lackträgerinnen gefragt, die wichtigsten Ergebnisse lassen sich wie folgt zusammen fassen: Lackierte Fußnägel sind eine Sommersache, der Lack soll die sichtbaren, nackten Füße verschönern. Ob der Lack dabei besonders gut zu den Schuhen passt, ist zweitrangig. Außerdem hat Fußnagellack den Vorteil, dass er nicht so schnell absplittert und man kann ihn mit geschlossenen Schuhen leicht verstecken, was ihn auch im Beruf tragbar macht. Die Farbauswahl erfolgt meist spontan und affektiv, die meisten lassen sich davon leiten, was ihnen in Regalen und Aufstellern persönlich am besten gefällt. Manche setzten auch auf eine Standard-Lieblingsfarbe, „ein dunkles Rot ist für mich immer und zu allem tragbar“, wiederum andere machen ihre Kaufentscheidung von aktuellen Trends abhängig, die durch Modezeitschriften und Blogs vermittelt werden. Sonnengelb oder ein kräftiges Grün sind nicht gerade klassische Nagellackfarben, aber auf den Fußnägeln können sich viele diese Farben vorstellen, nicht so auf den Fingernägeln, die sind dann doch etwas zu sichtbar.

Mein Eindruck war, dass über 50% der Frauen im Sommer lackierte Fußnägel tragen, und das bestimmt nicht nur, weil sie gerne hübschere Füße hätten. Sondern weil die Frage: „Was trage ich im Sommer?“ von Mode- und Lifestylemagazinen nicht nur in Bezug auf Textiles und die gängigen Accessoires wie Sonnenbrillen, Taschen und Schuhwerk erörtert wird, ebenso entscheidend ist mit Beginn der Barfuß-Saison die Frage nach der richtigen Fußpflege. Ja, gepflegt müssen sie sein, die nackten Sommerfüße, was mit den richtigen Produkten (von Hornhautreduzierer bis Schimmerlotion wird alles angeboten) kein Problem mehr ist. Und lackiert müssen sie auch sein, bei den Farbempfehlungen für diesen Sommer merkt man deutlich, dass die Hersteller ein bestimmtes Sommergefühl verkaufen wollen: Blau- und Türkistöne spielen mit der Sehnsucht nach dem Ozean, Gelb- und Orangetöne erinnern an Sonnenstrahlen und andere kräftige Farben erinnern an leckere Sommerfrüchte, was sich auch in Produktnamen wie „Rapsberry Swirl“ und „I Scream Peach“ widerspiegelt. Wenn diese Stimmungen in Fotostrecken und Collagen aufbereitet werden, möchte man auch ein Stückchen von diesem Sommer haben und dann scheint er mit nur wenigen Pinselstrichen greifbar zu sein. Also pinselt man sich den Sommer auf die Füße. Bei mir waren es dieses Jahr die Orange- und Koralltöne, die mir zum Sommer auf meinen Füßen verhelfen sollten.

Frozen Yogurt, oft bei den Marke „FroYo“ gekannt, erschien in den USA erst in den siebziger Jahren als eine gesunde Alternative zu Eis. In seiner original Form hatte Frozen Yogurt einen saueren Geschmack und wurde auch ohne zusätzlichen Zucker hergestellt. Weil dieser Form nicht besonders erfolgreich war, hat diese Rezept sich in den auchtziger Jahren verändert und ist dabei beliebter geworden. Manche Firmen versuchten dann den Geschmack näher zu dem von Eis hin zu imitieren und dabei wurde dann das Frozen Yogurt mit genau so viel Fruktose und Dextrose wie Eis angereichert. Allerdings sin heute immer noch Hersteller zu finden,  die den saueren Joghurtgeschmack natürlich bleiben lassen.

Was den Frozen Yogurt besonders macht ist die Auswahl. Es gibt in jedem Laden endlose Möglichkeiten zwischen Geschmack, Varianten und Toppings. So funktioniert es: jeder bekommt einen bunten Becher und darf ihn selbst mit jeder Menge und Kombination von Frozen Yogurt befüllen. Als nächstes sind die Toppings dran, die von Frucht zu Schokolade zu Gummis zu Nüssen gehen. Süße Saucen stehen auch zur Verfügung. Wann man endlich eine Wahl getroffen hat, bringt man seinen Kreation zur Kasse und bezahlt nach Gewicht.

Frozen Yogurt ist in den lezten Jahrzehnten doppelt so beliebt geworden, besonders  in den lezten paar Jahren. In meiner kleinen Heimstadt, Flagstaff Arizona, sind zwei neue Frozen Yogurt Läden dieses Jahr eröffnet worden. Ich vermute, dass der Trend sich genau so schnell in Europa ausbreiten wird.

http://orf.at/stories/2132805/2132806/

http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/frozen-yogurt-ein-fluffiges-kuehl-11106247.html

http://www.nytimes.com/2007/02/21/dining/21pink.html?_r=1&adxnnl=1&adxnnlx=1346436228-1k3hzFmq+xP1N5TeMGYIIA

Mode und (dekorative) Kosmetik sind Körper- und Verschönerungspraktiken, die eng miteinander verbunden sind; ich werde mich im Folgenden mit einer Form der Verschönerung beschäftigen, die diese Verbindung besonders deutlich macht: dem Nägellackieren.

Nagellack hat einerseits die kosmetische Aufgabe, die Nägel ansehnlicher und gepflegter wirken zu lassen, andererseits dienen bunte Finger- und Fußnägel häufig als modisches Accessoires und werden zum Bestandteil eines Outfits. Welche Rolle Nagellack insbesondere für die Sommermode spielt, wird Thema meines nächsten Beitrags sein. Denn zunächst finde ich es wichtig, das Phänomen Nagellack konsum- und materialgeschichtlich einzuordnen.

Die Geschichte des modernen Nagellacks beginnt in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts, als es mit Erkenntnissen aus der aufsteigenden Automobilindustrie möglich wurde gut pigmentierte und länger haltbare Lacke zur Nagelpflege und -färbung herzustellen. Obwohl Nagellack zunächst mit einem zweifelhaften und verruchten Image zu kämpfen hatte, konnte er sich seit den 30er Jahren immer mehr durchsetzen. Eine entscheidende Rolle spielten dabei die Brüder Charles und Joseph Revson, die gemeinsam mit dem Chemiker Charles Lachmann das Unternehmen Revlon gründeten und auf eine erfolgreiche Marketingstrategie setzten: Sie verkauften nicht bloß Nagellack in unterschiedlichen Farben, sondern unterschiedliche Stimmungen, indem sie ihren Lacken Namen gaben wie „Kirschen im Schnee“ oder „Stormy Pink“. Außerdem propagierte das Unternehmen „matching lips and fingertips“, also aufeinander abgestimmte Lippen und Fingernägel, und sicherte so den Absatz von Nagellack und Lippenstiften. Die Nachfrage war groß und das Farbspektrum erweiterte sich stetig, in Frühjahr und Herbst werden neue Nuancen auf den Markt gebracht, die dem Zeitgeschmack entsprachen.1 Das verdeutlicht wieder die Nähe von Nagellack und Mode.

Das beschriebene Erfolgsrezept von Revlon ist auch heute noch wirksam – wirft man einen Blick in die Nagellackregale der Drogerie, so setzen fast alles Hersteller auf Lacke mit Namen, so heißt ein Rosenholzton bei Catrice beispielsweise „Welcome To Roosywood“ und ein Nude-Lack trägt den Namen „Petit Four As Dessert“. Auch neue Nuancen spielen nach wie vor eine große Rolle, neben dem Sortimentswechsel in Frühjahr und Herbst, um aktuellen, von der Modeindustrie vorgegebenen, Trends gerecht zu werden, setzten fast alle Hersteller auf „Limited Editions“. Dadurch dass eine Nuance nur begrenzt zu haben ist, steigt ihr Marktwert enorm und es kann ein regelrechter Nagellack-Hype entstehen. Besonders anschaulich macht das die Hysterie um den Chanel-Lack „Particulière 505“2.

Neben solchen Extremfällen, wo mehrere Hundert Euro für wenige Milliliter Lack auf den Tisch gelegt werden, liegt die Preispanne des für jeden zugänglichen Nagellacks zwischen 1,55 € (essence) und etwa 24 € (Dior). Vor kurzem hielt die Nagellack-Marke essie, die es zuvor nur exklusiv bei Douglas gab und deren Lacke mit etwa 8 Euro im höheren Preissegment für Nagellack einzuordnen sind, Einzug in die Drogeriemärkte Müller und dm. Diese Entwicklung zeigt deutlich, dass Nagellack heute ein wichtiges Konsumobjekt ist, für das es eine große Nachfrage gibt.

Literatur:

Annette Geiger (Hg.): Der schöne Körper. Mode und Kosmetik in Kunst und Gesellschaft. Köln u.a., 2008.

1 Philine Gebhardt: Lack mich! In: EinesTages Zeitgeschichten auf Spiegel Online, 28.05.2010, http://einestages.spiegel.de/external/ShowTopicAlbumBackground/a9701/l0/l0/F.html#featuredEntry (abgerufen am 22.08.2012)

2 Gil Eilin Jung: Nagellack-Trends: 200 Euro für 13 ml Braun-Lila-Grau. In: Legal Tribune ONLINE, 28.07.2010, http://www.lto.de/persistant/a_id/1031/ (abgerufen am 22.08.2012)

Der neue Sommertrend zeigt sich in den Straßen Budapests. Pluderhosen en masse. Das neue Sommergefühl der Multikulturaltät hat die Menschen erfasst und nun zelebrlieren sie stolz die Vielfältigkeit der Kulturen im Sommer. Doch eines fällt auf- die Träger, oder korrekterweise Trägerinnen sind überwiegend Frauen.

Das verwundert ein bisschen, war doch die Pluderhose ursprünglich Männermode. Wo sind nun die Männer in Pluderhose hin verschwunden? Hat sich dieses Kleidungsstück zu einer „Frauensache“ entwickelt?

 

Das orientalische Original zeigt uns eindeutig: die Pluderhose ist Bestandteil der Männertracht.

Befragt man dagegen die Menschen auf der Straße, sind sich aber alle mehr oder weniger einer Meinung. Die Pluderhose sei eher eine weibliche Sache, nur Frauen könnten sie tragen und bei Männern sähe es ungewohnt, ja sogar „komisch“ aus. Bei Männern sei das Tragen verbunden mit Kombinationsschwierigkeiten und entspräche nicht dem Stil des Trägers.

Die Modeläden zeigen uns zwei Seiten des Phänomens: Einerseits ist man sich in den großen Modeketten sicher: mit der Pluderhose für den Mann macht man hier kein gutes Geschäft. Schon die Auswahl macht es den Männern schwer, denn Pluderhosen gibt es überwiegend nur für Frauen, mit Mustern und Schnitten, die ihnen nicht zusagen. Die Einkaufsmöglichkeiten sind beschränkt. Männer- Pluderhosen werden nur in besonderen Geschäften verkauft, meist kleine Ethnoläden, die nicht sehr verbreitet und oft an versteckten Orten sind. Diese jedoch zeigen, dass die Pluderhose doch nicht so einseitig weiblich ist: In einem von drei Läden ist die Pluderhose für den Mann genauso beliebt wie für die Frau. Trotzdem tendiert auch dieses Ergebnis zu einer leider ernüchternden Feststellung, die durch die oben genannten Tatsachen auch verständlich wird: Männer kaufen keine Pluderhosen.

Allein in einer vielfältigen Stadt wie Tübingen sieht man diese außergewöhnliche Erscheinung. 

Doch auch hier zeigt sich der Unterschied zwischen Träger und Trägerin der Pluderhose. Die Frauen bevorzugen leichte, bunte und seidige Stoffe, die das Bein schöner aussehen lassen oder bestimmte Problemzonen verdecken, ausgefallene und originelle Muster. Die Männerwelt hingegen zeigt sich vorwiegend in Baumwoll- oder Hanfhosen, meist in Khaki Optik oder zumindest einfarbig, mit afrikanischem Flair. Die Stoffwahl erinnert sogar ein bisschen an das übliche, stereotypische Männer- und Frauenbild: Die Frau zart und weich und der Mann grob und stark.

Doch zum Glück bewirkt die Pluderhose genau das Gegenteil: Sie nimmt nicht mehr die strikte Gender- Unterteilung in der Kleidung vor und ist ein gelungenes Beispiel unisexer Anziehsachen. In der Theorie würden viele Männer ohne weiteres Pluderhosen tragen, jedoch sieht das in der Praxis ganz anders aus. Vielleicht liegt es einfach daran, dass der europäischen Männerwelt zu wenig Gegenbeispiele geboten werden. Die Modehäuser sollten in Zukunft mehr Werbemaßnahmen für die Haremshose für den Mann in Kauf nehmen, um den Männern mehr Mut zum Tragen dieses Kleidungsstückes zu geben

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Es gilt nun nur noch zu hoffen, dass der Mann im nächsten multikulturellen Sommer die Pluderhose für sich (wieder-) entdecken wird und somit die Modewelt ein bisschen interessanter macht.

„Am sommerlichsten finde ich immer noch die Schaufenster der Reisebüros“, meint eine Passantin auf der Stuttgarter Königstraße und schaut fasziniert in das Schaufenster eines kleinen Reisebüros, neben dem wir gerade stehen, „da gibt es immer ganz tolle Dekoration und man bekommt richtig Fernweh und Lust auf Urlaub.“ Es liegt nahe, dass Reisewerbung so ansprechend wie möglich dekoriert werden soll, so dass Passanten auf sie aufmerksam werden und sich in Gedanken verlieren. Doch mittlerweile findet man sie überall und in den verschiedensten Geschäftsschaufenstern – die Stranddekoration. Dabei kann sie die unterschiedlichsten Wirkungen haben, wie wir bei unserer Schaufensterforschung festgestellt haben (Abb. 1 und Abb. 2).

Abb. 1: Reisebüro in Böblingen

Abb. 1: Reisebüro in Böblingen

Abb. 2: Orthopädiegeschäft in Böblingen

Abb. 2: Orthopädiegeschäft in Böblingen

Eine der wichtigsten Motivationen für Stranddekorationen ist die „zur Schau Stellung“ von typischen Urlaubselementen. So hat man die Möglichkeit, das Erlebte durch die Dekoration festzuhalten, um sich immer daran zurückzuerinnern. Räumlich ferne Gegenstände, wie Muscheln oder auch Leuchttürme, welche Momente des Glückes oder der Erholung widerspiegeln, gelangen auf diese Weise in unseren Alltag. Zahlreiche Geschäfte verwenden meist die einfachere Variante der unechten Gegenstände, wie z.B. Seesterne oder Seegras (Abb. 3).

Abb. 3: Reisebüro in Tübingen

Abb. 3: Reisebüro in Tübingen

Abb. 4: Reisebüro in Sindelfingen

Abb. 4: Reisebüro in Sindelfingen

Verstärkt wird der Effekt, wenn man beispielsweise mit originalgetreuen Materialien arbeitet, wie z.B. dem Sand. Ein Reisebüro aus Sindelfingen kam auf die Idee, Sand aus den verschiedensten Ländern zu sammeln, in kleine Gläser abzufüllen und zu beschriften. Der Betrachter hat somit einen realitätsnahen und interessanten Vergleich, der aus der Verwendung von „echtem“ Material resultiert (Abb. 4).

Aber auch zahlreiche Bekleidungsläden oder Reisebüros arbeiten mit dem feinen Dekoaccessoire des Sommers. Sie locken damit die Kunden, sich einen Urlaubstraum zu erfüllen und machen Lust auf Strandurlaub (Abb. 5).

Abb. 5: Reisebüro in Tübingen

Abb. 5: Reisebüro in Tübingen

Doch nicht alle Geschäfte sind von Sand begeistert und finden ihn nicht unbedingt als geeignete Dekoration fürs Schaufenster. „Wir wollen ein Schaufenster, das unsere Produkte in den Vordergrund stellt. Da würde Sand gar nicht passen. Außerdem ist Sand im Schaufenster eine ganz schöne Sauerei“, grinst die Verkäuferin eines kleinen Mobilfunkgeschäftes in Böblingen. Natürlich ist Sand nicht jedermanns Sache. Hierfür gibt es noch genügend andere Varianten, um das „Meer-Feeling“ zu vermitteln. Des Öfteren fielen uns Nordseedekorationen auf, die ebenfalls eine urlaubsempfindende Wirkung haben. Dazu zählen vor allem Leuchttürme, Segelboote, Anker, Fischernetze, Deko-Möwen und vor allem Muscheln. Diese gelten auch als ein Klassiker der Dekoration, da sie jedes Jahr verwendet werden (Abb. 6 und Abb. 7).

Abb. 6: Konditorei in Stuttgart

Abb. 6: Konditorei in Stuttgart

Abb. 7: Wohneinrichtungsladen in Tübingen

Abb. 7: Wohneinrichtungsladen in Tübingen

Doch losgelöst von dem umfangreichen Meeres-Deko-Repertoire fanden wir noch andere, sommerliche Schaufensterdekoration während unserer Forschung. Immer mehr zum Trend werden hawaiianische Elemente, die ebenfalls den Sommer repräsentieren. Blumenketten oder Papierblumen schmücken Schaufensterpuppen und durch Palmenblätter, die mitten in das Schaufenster hineinhängen, wird das Hawaii-Feeling perfekt (Abb. 8, Abb. 9 und Abb. 10).

Abb. 8: Klamottenladen in Stuttgart

Abb. 8: Klamottenladen in Stuttgart

Abb. 9: Buchladen in Stuttgart

Abb. 9: Buchladen in Stuttgart

 

Abb. 10: Reisebüro in Böblingen

Abb. 10: Reisebüro in Böblingen

Durch die unterschiedliche Verwendung diverser Sommerdekorationen wirken viele Schaufenster authentisch und sehr realitätsnah. Gerade für Reisebüros stellen die sommerlichen Elemente eine ganzjährig verwendbare Dekoration dar, welche das Fernweh und die damit verbundene Lust am Verreisen steigert. Dennoch lassen sich unterschiedliche Gestaltungsvarianten  in den Schaufenstern erkennen – mal sind sie bis ins kleinste Detail der Wirklichkeit angenähert und mal wird versucht, sich durch ein paar kleinere oder vereinzelte, aber dennoch sommerliche Gegenstände, wie z.B. ein paar Muscheln oder Liegestühle,  auf die wohl schönste Jahreszeit einzustimmen, welche sich  nun langsam aber sicher zu Ende neigt.

Die Sonne scheint und nur einzelne Schönwetterwolken sind am Himmel zu sehen. Es ist Sommer, Zeit ins Freie zu gehevon Verena Eßn. Also wird alles nach draußen verlagert, selbst die Zubereitung von Nahrung. Grillen ist angesagt. Fröhlich legt man seine Bratwürstchen und Steaks neben die Putenstreifen auf den Grill. Und der Vegetarier packt natürlich seine Fleischimitate daneben, damit auch er etwas von dem Grillvergnügen hat. 

Aber macht er dies wirklich?

Im Rahmen meiner Forschung bezüglich Fleischimitaten für das sommerliche Grillen, d.h. Produkte welche in Aussehen und Geschmack möglichst nahe an Fleisch herankommen sollen (s.h. Blogbeitrag: Das Tofuhähnchen auf dem Grill), musste ich feststellen, dass es den Anschein hat, kaum jemand greife zu solchen Produkten. Und so stellt sich mir die Frage: von Verena Eß

Wer grillt denn eigentlich das Tofuhähnchen?

Oberflächlich betrachtet ist die Sache natürlich eindeutig: der Vegetarier. Nur Menschen, die auf Fleisch verzichten, brauchen auch eine Ersatzmöglichkeit. Ein Imitat muss her. Doch führt man den Gedankengang weiter, scheint dies recht unlogisch zu sein. Jemand, der etwas nicht essen möchte, verzichtet auch dankbar auf etwas, was genau diesem entsprechen sollte. So würde man ebenfalls keiner Person, welche es bevorzugt keine Äpfel zu essen, ein Apfelimitat anbieten. Schmeckt wie Apfel, sieht aus wie ein Apfel, ist aber gar kein Apfel. Bedeutet das also, dass man doch gerne zu den Apfelessern gehören würde, wenn man JA zu dem Imitat sagt? Sind also all die Menschen, die Fleischimitate verzehren, Heuchler, die wie ein Grillfreund in dem Forum des Grillsportvereins zu bedenken gibt: „Konsumenten (sind), die nicht genug Rückgrat haben, zu ihren Entscheidungen zu stehen.“ Auch in Foren von Vegetarierplattformen, sind die Freunde der Fleischimitate eher rar vertreten. So wurde sich höchstens zu dem Verzehr von Tofuwürstchen bekannt.

Das Angebot ist jedoch vielfältig, gäbe es tatsächlich keine Konsumenten, wäre dies wohl kaum der Fall. Was keinen Käufer findet, wird auch nicht produziert. Wenn weder der Fleischesser noch der Vegetarier zu den Fleischimitaten greifen: Wer isst sie dann?

von Verena EßOder ist man vielleicht einfach zu verschämt sich zu dem Tofuhähnchen zu bekennen, da man somit als „rückgratlos“ bezeichnet werden könnte? Gibt man durch den Verzehr tatsächlich zu, man wäre ein Heuchler?

Nun, wer den Fleischimitatkonsument vorweg als Heuchler bezeichnet, lässt einen wichtigen Gesichtspunkt außer Acht: die Frage wieso auf das echte Fleisch verzichtet wird. Hierfür gibt es vielseitige Motivationen. Aus ethischen, sozialen, ökologischen, gesundheitlichen und noch vielen weiteren Gründen wird auf den Fleischkonsum verzichtet. Natürlich verzichten einige Menschen auch aus geschmacklichen Gründen hierauf, doch dies ist die Minderheit, und nur diese würde von vornerein dankbar ein Imitat ablehnen. Der Hauptteil der vegetarisch lebenden Menschen in Deutschland verneint aus moralischen Gründen den Fleischkonsum, sei es nun um die Natur zu schützen oder das Leben von Tieren, gegen den Verzehr von Tieren sprechen viele Argumente. Gegen den Geschmack und die Konsistenz jedoch nicht.

Wir leben in einem Land, in dem der Verzehr von Fleisch zur täglichen Mahlzeit wie selbstverständlich dazugehört: „Mit Wurst wird’s erst richtig schön”. Schon von Kindesbeinen an wird einem Fleisch gereicht und nur weil man seine moralischen Einstellungen im Laufe seines Lebens ändert, bedeutet dies nicht, dass man auch seine geschmacklichen ändern müsste.

Wem es nach Fleisch gelüstet, aber nicht bereit ist seine moralischen Einstellungen zu ignorieren, dem bietet das Fleischimitat eine Lösungsmöglichkeit. Und so sei es diesem auch vergönnt, ohne die kritischen Blicke der Anderen, beim sommerlichem Grillabend das Tofuhähnchen neben die Steaks und Putenbrüste auf den Grill zu legen.

Leitzmann, Claus: Vegetarismus : Grundlagen, Vorteile, Risiken / Claus Leitzmann. – Orig.-Ausg. – München : Beck, 2001.

Alle Welt ist draußen und genießt das herrliche Sommerwetter- Erwachsene, Kinder, Touristen mit Sonnenhüten und Kameras, Rentner, mexikanische Straßenmusiker, türkische Dattelverkäufer, eine deutsche Familie im Eiscafé.

So viele verschiedene Kulturen bringen auch den neuen Kleidungsstil des Sommers mit sich – Multikulturalität in allen Farben und Formen. Ob südamerikanisches Zick-Zack Muster, indische Saris oder russisches Blumenmotiv- alles ist hier vertreten. Doch das Kleidungsstück,das hier im Besonderen hervorsticht, ist die Pluderhose.

Um das „Phänomen“ Pluderhose besser verstehen zu können, sollte man sich einen kurzen Überblick über ihre Herkunft machen.

Der Ursprung der Pluderhose liegt in der östlichen Welt, dort wurde sie schon vor Jahrhunderten wegen Ihrer Hitze- und Sonnenschutz bietenden Funktion getragen. Sie ist auch unbestreitbares Element der traditionellen türkischen Kostüme. Diese orientalische Herkunft prägt heute noch unser Bild von der Pluderhose. Nicht umsonst sind die ersten Assoziationen mit dem Wort „Pluderhose“, Orient, Türkei und Hitze.
Einzug in die europäische Gesellschaft fand die Pluderhose in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Das Wort »Pluderhose« geht auf das mittelhochdeutsche »blodern« zurück, damit ist alles Hervorquellende gemeint – auch ausschweifendes Plaudern.[1]
In den 1980ern und 90ern erlebte die Hose ein neues Revival. Da sie nun als besonders funktionelle Tanzkleidung entdeckt wurde und nicht zuletzt durch Sänger wie McHammer vorgeführt wurde, wurde sie zu dem neuen Must-have der Hip-Hop Szene.

Heute jedoch hat die Pluderhose schon eine ganz anderen Stellenwert eingenommen: Sie ist eine Modeerscheinung des Sommers und tritt in den verschiedensten Gestaltungen auf; mit Leopardenprints, Streifen, Paisley Muster, und noch vielem mehr.

Doch was macht die Pluderhose zu so einer unverwechselbaren Sommersache? Eine wichtige Rolle hierbei spielt sicherlich das Material. Allein die vielen Bezeichnungen dieses Kleidungsstückes (Pumphose, Haremshose, Alladinshose, Afghanhose, Sommerhose[2] ) zeigen, dass die Pluderhose unendlich vielfältig ist: Sie besteht zum Beispiel aus  Baumwolle, Seide, Viskose oder Chiffon, alles Stoffe, die ein angenehmes, zartes Gefühl auf der Haut verursachen. Außerdem gibt es die Haremshose in verschiedensten Formen. Obwohl der Hosenbund tendentiell immer eher tiefer gelegt ist, variiert dessen Höhe dennoch von Modell zu Modell. Das extremste Beispiel ist der Hosenbund der schon nahezu den Fußboden berührt. Besonders in der Hitze ist die Hose funktionell, da sie vor intensiver Sonneneinstrahlung schützt.
Doch der wichtigste Punkt bei der Beschaffenheit ist wohl, dass die Hose nicht eineengt. Der leichte Stoff umspielt die Beine und der Bund ist ein elastischer Gummizug. Diese Lockerheit gibt einem das Gefühl von Freiheit, eines der wichtigsten Sommergefühle.

Doch das ist nicht das einzige Gefühl, das die Träger dieser Hose beschreiben. Neben Komfort, Bequemlichkeit und Multifunktionalität verbinden sie die Hose gedanklich sofort mit der östlichen Kultur, die durch die Pluderhose in die europäische Sommerlandschaft eingezogen ist. Die Vermischung dieser beiden Kulturen im Sommer erzeugt ein ganz neues Bild der heißen Jahreszeit: Multikulturalität. Im Sommer kommen die vielfältigsten Kleidungsstücke zum Vorschein und speziell das Tragen der Pluderhose spiegelt dieses neue Sommergefühl wider: das Zusammenspiel aufeinandertreffender Kulturen.

 

„Also, typische Sommerblumen sind zum Beispiel Löwenmäulchen, Zinnien, Tagetes, Rittersporn, aber auch verschiedene  Gräser, Lilien oder Dahlien…“. Ich sitze mit der Geschäftsführerin, einer Floristin, um einen Tisch in einer Ecke ihres Blumenladens in Weil im Schönbuch. Vor ihr auf dem Tisch blättert sie in einem dicken Ordner, in welchem sämtliche Gattungen aufgelistet sind. Für mich als Laie sind nur wenige der genannten Blumen ein Begriff. Ich versuche eine Verbindung zu den Blumenmotiven in den Schaufenstern zu schaffen. Da die Sonnenblume in einigen Geschäften zu entdecken war, kommt mir  die Frage auf, ob sie denn nicht auch zu den typischen Sommerblumen zählt (Abb.1). „Nein, Sonnenblumen sind keine typischen Sommerblumen. Das sind eher Herbstblumen. Aber sie können durchaus zu jeder Jahreszeit verwendet werden“, versichert mir die Floristin. Das leuchtet mir ein.

Abb. 1: Reisebüro in Böblingen

 

Es gab viele unterschiedliche Art und Weisen, wie Blumen in den einzelnen Schaufenstern neben den Produkten verwendet wurden: Vor allem in  Mobilfunkgeschäften waren es vereinzelte Blüten, verstreut auf quadratischen, grünen Kunstrasenflächen (Abb.2), die durch eine entsprechende Beleuchtung sogar frisch und freundlich wirkten (Abb.3); ein farbenfroher Sommerstrauß aus Sonnenblumen und Callas schmückte das Schaufenster eines Bekleidungsgeschäfts in Böblingen (Abb.4); es waren aber auch immer wieder Blumenketten zu entdecken, die entweder schlangenartig drapiert auf bunten Läufern (Abb.5) oder von der Decke hängend zu rasenähnlichem Teppichboden (Abb.6) die Stimmung eines sommerlichen Wohnzimmers hervorriefen. Und nicht zuletzt waren es vereinzelte Blumenköpfe inmitten meeresblauer Kleidungsstücke, die dem Gesamtbild einen besonderen Farbtupfer verliehen (Abb.7).  

Abb. 2: Mobilfunkgeschäft in Schwäbisch Hall

Abb. 3: Mobilfunkgeschäft in Böblingen

 

Abb. 4: Bekleidungsgeschäft in Böblingen

 

Abb. 5: Osiander in Tübingen

Abb. 6: Sanitätshaus in Holzgerlingen

 

Abb. 7: Bekleidungsgeschäft in Tübingen

                                                                                                                                             

Welche Dekomaterialien sind denn für die Ausstellung der Produkte in den Schaufenstern beliebt bzw. am besten geeignet? „Ich persönlich mag Plastik überhaupt nicht. Da ich Floristin bin, dekoriere ich vor allem mit natürlichen Elementen. Echte Blumen sind für mich daher besonders wichtig, da Blumen allgemein vergänglich sind und Lebendigkeit ausstrahlen.“ Künstliche Blumen, allen voran Seidenblumen, seien nur dann schön, wenn sie gut verarbeitet sind, fügt die Floristin noch hinzu. Da jedoch diese Art von künstlichen Blumen schon in Richtung Kunsthandwerk geht, muss man an dieser Stelle klarstellen, dass einige Einzelhändler ein begrenztes Budget für ihre Dekorationen haben. Daher sind Seidenblumen nicht für jeden erschwinglich. Die meisten Einzelhändler griffen eher zu Plastik oder Papier, welche in ihren knalligen, frischen Farben durchaus ihren Dienst erfüllten und sogar real wirkten (Abb.8). Frische Schnittblumen im Schaufenster sind nicht in jedem Geschäft geeignet, da deren Pflege zu aufwendig ist. Es genügt also demnach auch, von außen eine bunte Blumenwiese auf die Schaufensterscheiben anzubringen (Abb.9).

Abb. 8: Parfümerie in Böblingen

 

Abb. 9: Haushaltswarengeschäft in Schwäbisch Hall

                      

Eine Schaufensterdekoration zeigt den Stil eines Ladens, aber auch wie flexibel derjenige ist, der sich um die Schaufenster kümmert. Eine Dekoration, die 3 Monate im Schaufenster zu sehen ist, wird nach einer Weile unattraktiv für die Kundschaft. Eine Dekoration, die sich alle zwei bis vier Wochen ändert, ist im Gegensatz dazu interessanter. „Man braucht etwas, über was die Leute reden können. Das ist meine Meinung“, entgegnet mir die Floristin entschlossen. Dem ist von meiner Seite aus nichts hinzuzufügen. Eine ausgefallene Dekoration (z.B. alte Teile eines Motorrads, zweckentfremdet zu Blumentöpfe) spricht sich eher herum und bewirkt, dass neue Kundschaft eventuell auch des Öfteren vorbeischaut. Hätte mich also meine Schwägerin nicht auf den Blumenladen in Weil im Schönbuch aufmerksam gemacht, dann wäre dieser Artikel um einige wertvolle Informationen ärmer.

Und wie geht es jetzt weiter? „Also, jetzt im August ändere ich meine Schaufensterdekoration und dekoriere überwiegend mit Strandelementen. Aber da bin ich mir noch nicht so ganz sicher, was ich genau machen möchte.“ Für sie sei der August der eigentliche Höhepunkt der Sommerzeit, da die meisten in den Urlaub fahren. Und da Strandmotive typisch sommerlich sind, eigenen sie sich ideal als sommerliche Schaufensterdekoration. Auch für diejenigen, die den Sommer über zu Hause verweilen.

Buchhandlung in Holzgerlingen

 

Man konnte einigen Schaufenstern ansehen, dass sich jemand bei der Dekoration besonders viel Mühe gegeben hat. Durch die bunten Blumen wurden heimatliche Gefühle hervorgerufen. Zwar wurde nie zu bunt dekoriert, sondern man blieb stets in einer Farbenwelt und vollendete so das Schaufensterbild zu einem harmonischen Gesamtportrait. Und nebenbei brachten bunte Blumen nach besonders regnerischen Tagen wieder Farbe in die Einkaufsstraßen.

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